Gustav Jahn

 

Gustav Jahn Pickel und SeilSeine Berg- und Tourengefährten waren u.a.:

K.Huber, Otto Laubheimer (Wien), Dr. Erwin Merlet (Meran), Camillo Opel, Ing. Eduard Pichl (1872-1955) , Franz Zimmer, Franz Barth (Salzburg) und Otto Barth (1876-1916, Wien), Eduard Berger (Innsbruck), Dr. Günther O.von Dyhrenfurth (Breslau - Leiter der Himalaya Expedition 1930, Himalaya- Chronist u. Papst), Richard Gerin, Otto Jahn (Gustav Jahn's Bruder, Wien), Michael Kofler (1877-1919), Ing. Eduard Kubelka, Dr. Oskar Kukla, Ferdinand Langsteiner, Viktor Machek, O.Müller, Rudolf Phillapitsch (-22.5.1911), Paul Richter, Viktor Sohm, O.Weinberger, J.A.Weiß, Robert Grohmann, Julius Ziegler (Wien), Paul Gelmo, Karl Huter (Innsbruck), Edmund Gütl (Absturz 26.6.1909), Franz Aschenbrenner, Robert Convico, Norz, Rudolf Eller, Angelo Dibona (1879-1956 Cortina d'Ampezzo);

 

Gustav Jahn Ornament

 

Alfred Horeschowsky

(* 5. Mai 1895 in Wien; † 25. Dezember 1987 in Wien) war ein österreichischer Alpinist und Hersteller von Alpinausrüstung.

Alfred Horeschowsky (1895-1987) Alpinist und Hersteller von AlpinausrüstungObwohl Horeschowsky als Alpinist ein Allrounder war, widmete er doch dem Felsklettern die meiste Zeit. Sein Lieblingsklettergebiet waren die Ennstaler Alpen, wo ihm mehrere Erstbegehungen gelangen. Zu den bedeutendsten zählen die Ödsteinkarturm Nordwestwand, die Südostwand des Großen Buchsteins und der vielbegangene Südgrat des Admonter Kaiblings (1922). Auch in den Westalpen konnte er die damals schwierigsten Touren wiederholen, seine Berggefährten waren Hans Pfann bzw. Frau Eleonore Noll-Hasenclever. 1928 erstieg er gemeinsam mit Hans Pfann erstmals den 6352 m hohen Illampú sowie den 6150 m hohen Chearoco in den bolivianischen Anden.Seine Spezialität war die Begehung schwieriger Steige solo (z.B. die Nordwand der Kleinen Zinne) bzw. im Abstieg.(z.B. Hochtor Nordwand Pfannlweg). 1923 führte er die dritte Begehung und gleichzeitig auch die erste Solobegehung der Pallavicinirinne am Großglockner durch, wobei er an die 2500 Stufen ins Eis schlug. Horeschowsky war der Spitzenalpinist der Alpinen Gesellschaft der "Reichensteiner" und auch Mitglied des prestigeträchtigen Österreichischen Alpenklubs (Ö.A.K.).Seine Erfahrungen als Alpinist und Skiläufer verwertete er beim Entwurf und der Erzeugung von Skibacken und Skibindungen, von Steigeisen und des Horeschowsky-Eispickels, der weltweit vermarktet und eingesetzt wurde. Rucksäcke, Steigeisentaschen u.a. rundeten sein Produktionsprogramm ab.
Der Wiener Alpinist Alfred Horeschowsky durchsteigt allein in acht Stunden die damals berühmt-berüchtigte Pallavicinirinne am Großglockner (gleichzeitig erst die 3. Begehung). "Horesch", ein stämmiger Allrounder der wilden zwanziger Jahre, war überaus erfolgreich in Fels und Eis: erste Alleinbegehung der Kleinen Zinne-Nordwand, Erstbesteigung des Illampu (6348 m) in den bolivianischen Anden, Durchsteigung der Matterhorn-Nordwand bis zur Schulter des Hörnligrates 8 Jahre vor der vollständigen Durchsteigung.

Literatur
•Kurt Maix: Berge-Ewiges Abenteuer. Kurt Maix erzählt die Geschichte des Bergsteigens. Wien 1970
•Hans Pfann: Gipfelfahrten. Berlin 1941
Kategorien: Bergsteiger (Österreich), Mann, Geboren 1895, Gestorben 1987
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Heinrich Krempel

(* 1860 in Bad Kreuznach in Deutschland; † 26. Dezember 1935) war ein Bergsteiger, Mitbegründer des Alpinen Rettungsausschusses Wien und langjähriger Funktionär des Österreichischen Alpenklubs.
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Bergsteiger
GEBURTSDATUM 1860
GEBURTSORT Bad Kreuznach
STERBEDATUM 26. Dezember 1935 Von „
Kategorien: Bergsteiger (Österreich) | Mann | Geboren 1860 | Gestorben 1935 | Person (Bad Kreuznach)

Biografie:

Nach umfangreicheHeinrich Krempeln Reisen, die ihn bis nach Südamerika führten, ließ er sich im Alter von 30 Jahren in Wien nieder, wo er eine zweite Heimat fand und seine Liebe zu den Bergen entdeckte. Auf Grund seiner sportlichen Begabung war er bald als Bergsteiger erfolgreich und trat 1892 dem Österreichischen Alpenklub bei.An der Gründung des Alpinen Rettungsausschusses Wien (ARAW) im Jahr 1896 war Heinrich Krempel maßgeblich beteiligt. Er wurde zu seinem ersten Leiter gewählt und übte dieses Amt bis zum Jahr 1912 aus. Der ARAW gilt als der weltweit erste organisierte Bergrettungsdienst, als Vorbild für gleichartige Organisationen in anderen Städten und als Vorläuferorganisation des heutigen Österreichischen Bergrettungsdienstes.Heinrich Krempel ist Autor des Buches "Apachenfahrten" und war oft auch bei den anderen Alpinen Vereinen eingeladen, um von seinen Bergfahrten zu berichten. Sein humorvoller Vortragsstil garantierte stets volle Säle.Krempel starb am 26. Dezember 1935 an den Folgen eines im Frühjahr erlittenen Verkehrsunfalls. 1937 wurde die erste rein dem Bergrettungsdienst gewidmete Hütte Österreichs errichtet. Sie liegt am Hochschneeberg und erhielt den Namen "Heinrich-Krempel-Hütte".
Weblinks: Literatur von und über Heinrich Krempel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Heinrich Krempel • PICA-Datensatz)

 

Quelle: Wikipedia, der freien Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Krempel


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Angelo Dibona Bergführer, Kaiserjäger, Dolomiten-Pionier

Angelo Dibona, geboren am 7. April 1879 in Cortina d'Ampezzo (Italien), gestorben am 21. April 1956, ebenda war ein Südtiroler Bergführer, einer der besten Kletterer seiner Zeit und Kletter-Pionier in den Dolomiten.

Angelo Dibona Cortina 1879-1956Von Gerhard Schirmer (Text und Bilder)

Als Angelo Dibona am 21. April 1956 in seiner Heimatstadt Cortina d'Ampezzo starb, nahm davon kaum jemand Kenntnis. Eine Würdigung erfuhren die Leistungen dieses herausragenden Alpinisten erst viel später.

Luis Trenker, der 1976 an der Enthüllung des Dibona-Denkmals in Cortina d'Ampezzo teilgenommen hatte, zeigte sich von dieser Feierstunde tief berührt. "Er war der berühmteste und erfolgreichste Bergführer seiner Zeit, vielleicht der universellste. Kein anderer Dolomitenführer kann ähnliche Leistungen aufweisen, und unter den jungen wird es so bald keinen geben, der ihm gleichkommt an menschlicher Größe …", berichtete er später über dieses Ereignis, zu dem unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auch der Bürgermeister von Cortina, der Präsident des CAI, Senator Dr. Spagnolli, sowie Führer-Abordnungen aus Frankreich und der Schweiz, aber auch Alpini aus Courmayeur, die das Aosta-Tal vertraten, erschienen waren. Als befremdend wurde das Fehlen einer österreichischen Delegation empfunden, weil Dibona doch seine aufsehen- erregendsten Erstbegehungen als österreichischer Bergführer durchgeführt und im Ersten Weltkrieg für Österreich gekämpft hatte.

"Haken"-Konflikt mit Paul Preuss:

Dibona wuchs im ladinischsprachigen Cortina d'Ampezzo auf und kam schon früh mit den Bergen seiner engeren Umgebung in Kontakt, in denen er zu einem sehr leistungsfähigen Kletterer heranreifte. Er erwarb das Bergführerdiplom und zählte schon bald zu den begehrtesten Führern seiner Heimat. Zu seinen Kunden durften sich beispielsweise der belgische König Albert I., die Baronessen Eötvös, aber auch die beiden Wiener Industriellen Max und Guido Mayer rechnen. Seine Bergführerkollegen Angelo Dimai und Luigi Rizzi waren ihm die zuverlässigsten Gefährten am Seil. Mit ihnen unternahm er zahlreiche Neutouren. Als einer der Ersten schlug er bedenkenlos Haken (deren Gesamtzahl heute recht bescheiden anmutet und die ausschließlich der Sicherheit dienten), wenn einer Kletterstelle anders nicht beizukommen war. Diese Einstellung brachte ihn auch mit dem fanatischen Freikletterer Paul Preuss in Konflikt, mit dem er sich heftige Wortgefechte lieferte. Trotz aller Gegensätze bewunderte er jedoch Preuss, und als dieser 1913 tödlich verunglückte, waren es vor allem die Südtiroler Bergführer - allen voran Dibona, Piaz und Comici -, die das Andenken an diesen ungewöhnlichen Menschen zu bewahren versuchten. Luis Trenker, der bis zuletzt mit Dibona befreundet war, fragte ihn eines Tages, wie viele Haken er insgesamt geschlagen hatte. "Fünfzehn", antwortete Dibona, "davon sechs in der Laliderer-Nordwand, drei am Ödstein, zwei an der Croz dell' Altissimo, einen am Einser und den Rest auf anderen schwierigen Anstiegen." Nach seinen drei schwierigsten Touren gefragt, meinte er: "Die Südwand der Meije, dann der Dent de Réquin und die Ailefroide."

Ungewöhnliche Kletterkunst

Aber auch die Ersteigung der Ödsteinkante, deren Schwierigkeit auf der Originalroute - eine oft feuchte, nach ihrem Erstbezwinger benannte Verschneidung - noch heute mit dem Schwierigkeitsgrad V bewertet wird, zählt zu Dibonas Pioniertaten. Max Mayer, der damals gemeinsam mit seinem Bruder Guido mit von der Partie war, schrieb über diesen Anstieg: "Diese Tour dürfte in den Ostalpen einzig dastehen. Die Überwindung der außerordentlichen Schwierigkeiten war in erster Linie der geradezu ungewöhnlichen Kletterkunst des Führers Angelo Dibona zu verdanken."

Im Gegensatz zu den meisten Bergführern sah Dibona in den Führerlosen keine "feindlichen" Konkurrenten, im Gegenteil, mit vielen verband ihn eine tiefe und aufrichtige Freundschaft. Von Paul Preuss sprach er stets mit größter Hochachtung und mit dem jungen Hans Dülfer kletterte er als gleichberechtigter Partner in den Cadinspitzen. "Ich hab' sie immer gern gehabt", sagte er einmal über die jungen Bergsteiger seiner Zeit. Nicht nur im ladinisch-italienischen, sondern auch im deutschen Sprachraum gab es kaum einen bekannteren Bergführer als ihn. Dibonas erschließerische Tätigkeit nahm in den Dolomiten ihren Anfang und erstreckte sich später fast auf den gesamten Alpenraum. "Eigentlich braucht man Angelo Dibona nicht vorzustellen. Jeder Bergsteiger kennt seinen Namen und weiss, was dieser Mann geleistet hat", schrieb Luis Trenker 1976 anlässlich Dibonas zehntem Todestag in der Zeitschrift "Der Bergsteiger", und auch heute noch, im Zeitalter des Sportkletterns, werden viele seiner Ersttouren gerne begangen. So etwa erfreut sich die Nordwestkante auf die Große Zinne - sie wird auch "Dibonakante" genannt - immer noch großer Beliebtheit, bietet sie doch bei idealer Linienführung zahlreiche interessante Kletterstellen im typischen Steilfels der Dolomiten.

Die Nordwände der Dolomiten

Einer seiner ersten großen Erfolge war die erste Durchsteigung der Einser-Nordwand in den Sextener Dolomiten, aber auch die Laliderer-Nordwand im Karwendel, die Südwand des Pic Central de la Meije, die Emil Zsigmondy und später dann Emil Solleder zum Verhängnis geworden war, die 1200 m hohe Wand des Croz dell' Altissimo, die Nordostwand des Dent du Réquin sowie die Nordostkante des Dôme de Neige des Ecrins in den Westalpen zählen zu seinen ganz großen bergsteigerischen Erfolgen. Über den alpinen Bereich hinaus konnte Dibona aber auch mehrere neue Anstiege in den Granitwänden des Pillar Rock, des Black Crag und anderer Berggebiete auf den Britischen Inseln eröffnen. Während des Ersten Weltkriegs trug er den Waffenrock der österreichischen Kaiserjäger. An der Dolomitenfront kämpfte er auf österreichischer Seite gemeinsam mit Sepp Innerkofler, Gustav Jahn, Luis Trenker, Rudl Eller und anderen bedeutenden Bergsteigern seiner Zeit.
Nach dem Krieg zerbrachen Dibonas Verbindungen mit der außerhalb von Italien gelegenen Welt. Die ausländischen - vor allem die englischen, deutschen und die österreichischen - Touristen blieben aus, was schließlich zu seinem finanziellen Ruin führte, von dem er sich bis zu seinem Tod nicht mehr erholen sollte.

SteckbriefAngelo Dibona, geboren am 7. April 1879 in Cortina d'Ampezzo (Italien), gestorben am 21. April 1956, ebenda Bergführer, Kletter-Pionier in den Dolomiten

Quelle: http://www.bergnews.com/service/biografien/dibona.php

 


 

Angelo Dibona - Cortina d'AmpezzoDibona wuchs in Cortina d'Ampezzo auf und entdeckte früh das Bergsteigen für sich. 1900 trat in er in das Korps der Kaiserjäger ein. 1907 wurde er nach einem dreiwöchigen Kurs in Villach[1] Bergführer und erwarb sich durch seine außergewöhnlichen Kletterfähigkeiten sowie seine Sprachkenntnisse einen so guten Ruf, dass er auch Prominente wie den belgischen König Albert I. als Kunden in die Berge führen durfte. Zusammen mit seinen Bergführerkollegen Luigi Rizzi und Angelo Dimai beging Dibona zahlreiche neue Kletterrouten. Die Tatsache, dass er als einer der Ersten überhaupt Kletterhaken schlug, wann immer er eine Stelle anders nicht überwinden konnte, brachte ihn in Konflikt mit Paul Preuß, einem fanatischen Freikletterer und entschiedenen Gegner von Sicherung und Seiltechnik. Nach eigenen Angaben schlug Angelo Dibona in seiner gesamten Laufbahn nur 15 (oder zwölf[2]) Haken, was im Vergleich zu heutigen Verhältnissen eine lächerlich niedrige Zahl ist.

Angelo Dibona blieb immer in den Dolomiten heimisch, dehnte seine Aufsehen erregenden Klettertätigkeiten jedoch in den gesamten Alpenraum aus und wurde zu einem der bekanntesten Führer und Bergsteiger überhaupt. Er war der Erste, dem ein Durchstieg durch die abweisende Laliderer-Nordwand gelang (1911 zusammen mit Luigi Rizzi).

Weitere alpinistische Marksteine von Angelo Dibona waren:

Einser-Nordwand in den Sextener Dolomiten, 1. Durchsteigung
La Meije-Südwand, 1. Durchsteigung
Croz dell' Altissimo
Dent du Requin-Nordostwand
Dome de Neige-Nordostkante
Ödsteinkante am Großen Ödstein im Gesäuse
Dibona war darüber hinaus auch in verschiedenen Gebieten der britischen Inseln als Kletterer erfolgreich.

Dibona-Kante an der Nordwand der Großen Zinne (2999 m)

Auch die berühmte Dibona-Kante an der Großen Zinne kletterte Dibona und stand mit seinem Namen für die vermeintliche Erstbegehung Pate; allerdings war diese markante Linie bereits ein Jahr zuvor, 1908, von Rudl Eller geklettert worden, was erst viel später bekannt wurde.

Insgesamt werden Angelo Dibona ca. 70 Erstbegehungen zugeschrieben. Er gilt als einer der besten Kletterer des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Dibona kämpfte als hoch dekorierter Kaiserjäger im Ersten Weltkrieg an der Seite anderer berühmter Bergsteiger wie Luis Trenker oder Sepp Innerkofler für Österreich. Nach dem Krieg blieben die ausländischen Touristen aus, was ihn finanziell ruinierte und seinen Wirkungsradius auf Südtirol einschränkte. In den Zwanzigerjahren arbeitete er als Skilehrer. Über sein Leben während des italienischen Faschismus und im Zweiten Weltkrieg gibt es keine Informationen. International unbemerkt verstarb er 1956 in seiner Heimatstadt Cortina, wurde aber von den "Scaiattoli" würdevoll zu Grab getragen.

1976 wurde ihm an prominenter Stelle am Hauptplatz von Cortina ein Denkmal errichtet. Bei der Eröffnung meinte Luis Trenker "Er war der berühmteste und erfolgreichste Bergführer seiner Zeit, vielleicht der universellste. Kein anderer Dolomitenführer kann ähnliche Leistungen aufweisen, und unter den jungen wird es so bald keinen geben, der ihm gleichkommt an menschlicher Größe"

Bei einem Interview im Jahr 2009 mit der Zeitung Der Standard bezeichnete Reinhold Messner ausdrücklich Angelo Dibona als einen der größten österreichischen bzw. altösterreichischen Bergsteiger neben Hermann Buhl, Matthias Rebitsch, Peter Habeler und Paul Preuß.[1]

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Angelo_Dibona

 


Held mit 15 Haken
Auch als Bergführer war Dibona herausragend.

Angelo Dibona 1879-1956 2009 jährt sich zum 130. Mal der Geburtstag von Angelo Dibona, dem wohl besten österreichischen Bergsteiger aus Cortina

Wer waren die größten österreichischen Bergsteiger? Reinhold Messner, beim Interviewtermin in seinem Museum bei Bozen, holt aus: "Der Beste war sicher Hermann Buhl, der Nanga-Parbat-Erstbesteiger im Alleingang, einer der größten Kletterer nach dem Zweiten Weltkrieg." Auch Matthias Rebitsch, den kühnen Tiroler, der das Freiklettern in die Bereiche der Akrobatik vorantrieb, hat Messner auf seiner Liste. Bei Jüngeren stockt er, die sind ihm selbst zu nahe, Peter Habeler etwa, mit dem er zum ersten Mal den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff bestiegen hat.

Da geht er lieber zurück in die Geschichte, in der er sich auskennt wie wenige andere. Paul Preuß nennt er, den brillanten Wahl-Altausseer, den Begründer des bedingungslosen Freikletterns ohne Haken- und Seilsicherung, der 1913, erst 26-jährig tödlich abstürzte. "Und nicht zu vergessen" - Messner sieht mich an und genießt meinen erstaunten Blick, als er sich den Namen auf der Zunge zergehen lässt - "Angelo Dibona". "Dibona war doch Italiener", erwidere ich, "aus Cortina d'Ampezzo." "Aber Cortina war bis 1918 österreichisch", beharrt Reinhold Messner "und Dibona war ein überzeugter Altösterreicher."

Heuer vor 130 Jahren, am 7. April 1879 wurde er geboren, absolvierte von 1900 bis 1903 seinen Militärdienst beim Kaiserjägerregiment in Innsbruck und qualifizierte sich 1907, nach einem dreiwöchigen Kurs in Villach, zum Bergführer. Im Ersten Weltkrieg diente Dibona bei den Kaiserjägern am Isonzo, am Mangart, am Ortler und in der Presanella. Seine Spezialaufgabe war, Telefonleitungen durch scheinbar unbegehbare Wände zu legen. Später wurde er als Militärausbildner ins Grödental versetzt.

Damals hatte er seine wichtigsten Erstbegehungen schon hinter sich: die Nordwand des Einserkogels (Cima Una) in den Sextener Dolomiten (1908), die Westwand des Croz dell'Altissimo in der Brenta (1910) oder die Laliderer Nordwand im Karwendel. Dazu Neutouren in den französischen Alpes Dauphiné (Nordostkante des Dôme de Neige des Écrins) und an den Granitwänden Großbritanniens (Pillar Rock und Black Crag). Nur die nach ihm benannte Dibonakante auf die Große Zinne in den Sextener Dolomiten (1909) hatte, wie inzwischen als gesichert gilt, ohne dass er es wusste, bereits ein Jahr davor der Osttiroler Rudl Eller, ebenfalls ein Kaiserjäger, als Erster durchstiegen.

Als bedenkenloser Verfechter des Sicherheitskletterns - obwohl er in seiner ganzen Laufbahn bei 70 Erstbesteigungen nur 15 Sicherungshaken verwendete - war Dibona ein vehementer Gegner von Paul Preuß, dessen Fähigkeiten er allerdings ausdrücklich würdigte.

Als die herausragenden Eigenschaften Dibonas nannte ein Biograf sein außergewöhnliches Gespür für Berge, gepaart mit erstaunlicher Beweglichkeit und hervorragender Athletik. Er habe nie ein Wort zu viel gesprochen und sich nie von seiner Einschätzung einer alpinen Situation abbringen lassen.

Aufgrund solcher führerischen und menschlichen Qualitäten, aber auch durch seiner Weltläufigkeit (er sprach Italienisch, Deutsch und Englisch) war Angelo Dibona der Star der alpintouristischen Szene von Cortina mit einer erlesenen Bergsteigerklientel. Der prominenteste von ihm Geführte war der belgische König Albert.

Eine besondere Beziehung aber verband ihn mit zwei jungen österreichischen Industriellen, den jüdischen Brüdern Max und Guido Mayer, mit denen ihm und seinem Bergführerkollegen Luigi Rizzi 1910 die Erstbesteigung der Ödsteinkante in den Ennstaler Alpen gelang. Guido Mayer wurde in der Zwischenkriegszeit, wie Rainer Amstädter in seinem Standardwerk "Der Alpinismus" detailliert darstellt, Opfer eines wütenden Antisemitismus im Österreichischen Alpenverein. Sein und seines Bruders weiteres Schicksal ist auch Amstädter unbekannt.

Nachforschungen im Österreichischen Staatsarchiv ergaben, dass von vier Personen namens Max oder Maximilian Mayer, die 1938 in die Mühlen der NS-Arisierung gerieten, nur einer altersmäßig infrage kommt. Nach dem Krieg stellte dessen Witwe, Adele Mayer, in Lima, Peru, Antrag auf Wiedergutmachung. Ob ihr verstorbener Mann der Begleiter Dibonas bei der Erstbegehung der Ödsteinkante und der Laliderer Nordwand war, ist ungeklärt. Jeder Hinweis ist willkommen.

Zurück zu Dibona. Er konnte angesichts der wirtschaftlichen Situation nicht an seine Führererfolge vor dem Ersten Weltkrieg anknüpfen. Die internationale Klientel fehlte in den Zwanzigerjahren, was blieb, war ein bescheidenes Auskommen als Skilehrer.

Wie er die Jahre des Faschismus und den Zweiten Weltkrieg überdauerte, bleibt im Dunkeln. 1956, im Jahr, als sein Heimatort Cortina die Olympischen Winterspiele feierte, starb er 76-jährig: international unbemerkt, aber von den "Scaiattoli", den Cortineser Spitzenbergsteigern, würdevoll zu Grabe getragen.

Zwanzig Jahre später wurde dem Kletterkünstler Angelo Dibona in Cortina ein Denkmal errichtet, unter großer Beteiligung italienischer, französischer und Schweizer Bergsteiger. Als befremdend wurde dabei ausdrücklich das Fehlen einer österreichischen Delegation vermerkt. (Horst Christoph/DER STANDARD/Rondo/27.2.2009)

 

 

Gustav Jahn Ornament

 

Hofrat Ing. Eduard Pichl

Der Eroberer der Dachstein Südwand ...

* 15. September 1872 in Wien (bzw. war Liesing damals noch in NÖ) ; † 15. März 1955 am Dachsteinhaus bei Ramsau am Dachstein, war einer der erfolgreichsten österreichischen Alpinisten. Vor der NS-Machtergreifung in Deutschland setzte er als Antisemit 1927 den Arierparagraphen im Deutschen und Österreichischen Alpenverein durch.

Eduard PichlAls Bergsteiger und Kletterer gelangen Pichl 60 Neutouren und Erstbesteigungen, darunter die Dachstein-Südwand. Nach ihm sind der Pichlweg in der Dachstein-Südwand (Erstbegehung durch E. Pichl, F. Gams und F. Zimmer im Juli 1901) und der Pichlweg in der Planspitze-Nordwand (Erstbegehung durch E. Pichl und F. Panzer im Juni 1900) im Gesäuse benannt.Hofrat Pichl war Absolvent der TU Wien und als Burschenschafter eng mit Georg von Schönerer befreundet. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der Bergführer-Ersatz und Instruktions-Abteilung der k.u.k.-Armee und durchstieg als erster die 900 m hohe Nordkante des Langkofels.Nach dem Krieg war Pichl auch als Erschließer der ehemaligen Frontsteige des Gebirgskrieges in den Karnischen Alpen tätig. Er konnte seine Idee, die kriegerische Infrastruktur touristisch zu erschließen, dem Hauptausschuss des Alpenvereins vermitteln. Die Frontsteige wurden in Höhenwege umgewandelt, die die Kriegsbaracken nun als Bergsteigerhütten verbanden (z. B. Karnischer Höhenweg). Die Tausend-Mark-Sperre und eine wirtschaftliche Rezession verbunden mit Massenarbeitslosigkeit führten später allerdings zum drastischen Rückgang des Tourismus, der nur zwischen dem Anschluss (Österreich) und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges kurz unterbrochen wurde.

Politik:
1923 gründete Pichl zusammen mit nach Österreich geflüchteten Anhängern des Kapp-Putschs den Alpinen Wehrverein und die Deutsche Wacht, die verschiedentlich Attentate verübten.[1]Eines seiner Anliegen war die Durchsetzung des Arierparagraphen im Deutschen und Österreichischen Alpenverein. Als neu gewählter Obmann der Sektion Austria, einer der größten Sektionen, setzte er 1921 durch, dass Juden, die damals rund ein Drittel der Sektionsmitglieder stellten, aus der Sektion ausgeschlossen wurden. Er folgte damit der Sektion Wien (1905), der Akademische Sektion Wien (1907) und dem ÖTK (1920). Pichl setzte den Arierparagraphen anschließend noch bei mehreren Alpenvereinssektionen (u. a. Sektion Österreichischer Gebirgsverein) und gegen den Widerstand von Willi Rickmer Rickmers und Johann Stüdl auch beim Gesamtverein durch. Die Ausgeschlossenen gründeten zusammen mit anderen die Sektion Donauland welche, als sie den DuÖAV nicht freiwillig verließ, 1924 wiederum ausgeschlossen wurde [2]. Die deutschen Sektionen verpflichteten daraufhin 1925 die österreichischen Sektionen, in den folgenden acht Jahren keine weiteren Anträge auf Einführung von Arierparagraphen zu stellen.1937 wurde im Schuschnigg-Staat eine amtliche Untersuchung zur Frage eingeleitet, ob der Verein eine Tarnorganisation der HJ ist. Mit dem Sieg der Alliierten in Europa wurde "Austria" 1945 verboten. An der Neugründung im Folgejahr war Pichl nicht mehr beteiligt.2002 erhielt die 1893 begründete und im ersten Weltkrieg zerstörte Wolayerseehütte in den Karnischen Alpen, die nach seinem Wiedererbauer seit 1923 Eduard-Pichl-Hütte hieß, aus politischen Gründen wieder ihren Erstnamen.

Er war einer der profiliertesten Persönlichkeiten der "Wiener Bergsteigerschule".

Auszug aus dem Buch Wiens Bergsteigertum:

Der Meister der leichten Wegführung hat mehr als 50 neue Felswege gefunden, von denen einige zu den beliebtesten des östlichen Alpenraumes zählen, vor allem in Gesäuse, Dachstein, Dolomiten und Karnische Alpen.

Er unternahm um die Jahrhundertwende mehrere bedeutende Neutourenm u.a. die 1. Überschreitung derVajolettürme (1899), Delagoturm - Pichlriß, Akademikersteig (Rax) 1900, Planspitze Nordwand 1900, Dachstein Südwand am 27.07.1901 (mit E.Gams und F.Zimmer), Festkogelturm N-Wand 1901, 1. Überschreitung der Schneebergwandtürme 1912, Langkofel N-Kante 1918, sowie Patteriol Nordwand, Triglav N-Grat, Vertatscha Nordwand, Großer Buchstein, Cimone della Pala NW-Grat, Sparafeld N-Wand

Werke:

mit Heinrich Heß (Hrsg.): Führer durch das Gesäuse und die Ennstaler Gebirge. 1922. ältestes Führerwerk für Bergsteiger in deutscher Sprache
Die Bergwelt um den Wolaner See und den Hochweißstein. Sonderabdruck aus der Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1925 (56. Band). Wien, Verlag des Alpenvereins 1926
Wiens Bergsteigertum. Wien, Vlg. der Österreichischen Staatsdruckerei. 1927
Führer durch die Karnische Hauptkette. Unter Berücksichtigung der südlichen Lienzer Dolomiten und östlichen Gailtaler Alpen. Artaria Wien 1929
Hoch vom Dachstein an !. München Bruckmann. 1936.
als Hrsg.: Georg Schönerer. Stalling Verlag, o. J. (~1940) Literatur
Rainer Armstädter: Der Alpinismus. Kultur - Organisation - Politik. Wien. WUV-Universitätsverlag. 1996

Quellen:
Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Pichl

http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Berge&letter=B&cob=7656
http://www.oeav-events.at/service/Zeitungen/austria/pdfs5_02/gegenhass.pdf

siehe auch Nachruf in der ÖAZ 1955.

 


 

Fritz Schmitt schreibt über Eduard Pichl:

Eroberer der Dachstein-Südwand

Im Geiste bin ich dem Hofrat Ing. Eduard Pichl im Gebirge öfter begegnet: auf der Pichlwarte, in der von ihm erstbegangenen Langkofel-Nordkante, in der Pichlhütte am Wolayersee und im Pichlriß am Delagoturm. Die Pichlroute in der Dachstein-Südwand reizte mich nicht; sie stand meiner Generation bereits allzu sehr im Schatten des kühner konzipierten Steinerweges. Aber man muß bedenken: Als Eduard Pichl 1901 unterhalb der Dachsteinschulter Hand an den steilen Fels legte, war das ein erster Versuch, ein mutiges Herantasten an die Gipfelwand.
Der Geburtsort Pichls war nicht Wien, sondern Liesing in Niederösterreich. Am 15. September 1872 wurde er dort geboren. Er studierte in Wien, gehörte als Kraftbursche einer schlagenden Verbindung an und begann erst 1894 mit dem ernsthaften Bergsteigen am Sonnblick und Großglockner. In der damaligen »Glanzzeit der Führerlosen« war er einer ihrer profiliertesten Vertreter. Souverän wollte er ausgewählte Gipfel erringen, Neuland erschließen und eigene Routen durch Felslabyrinthe finden. Von 1896 bis 1929 brachte er es auf mehr als 50 Neutouren. Im Jahr 1898 trat er in den exklusiven Österreichischen Alpenklub ein und fand in dieser Runde auch seine Freunde und Tourengefährten: den Kaukasusmann Ämilius Hacker, den später einbeinigen Alpinisten Thomas Maischberger, Alfred von Radio-Radiis, der den »Großen Dachstein-Führer« schrieb, den Alpenvereins-Schriftleiter Hanns Barth, Heinrich Krempel von den »Apachen«, den Alpenmaler Gustav Jahn und manchen anderen namhaften Klubisten. Im Gebirge betätigte sich Pichl nicht als Neuerer, sondern als konservativer Nagelschuhkletterer, obwohl junge Münchner, wie etwa Georg Winkler, im steilen Fels längst Kletterschuhe mit Hanfsohlen benützten. Pichl bekannte sich zur alten Garde: »Die alte Bergsteigerschule vermied es, sich mit künstlichen Hilfsmitteln Wege auf die Berge zu bauen. Das Seil diente zur Sicherung, der Haken höchstens zum Abseilen.
Als Beispiel sei der Dirndl-Westgrat angeführt, den Pichl mit Eduard Gams 1898 erstmals beging: Die ersten 25 Meter sind fast senkrecht, bieten aber feste, wenn auch kleine Griffe und Tritte. Wir setzten uns in jener Zeit zum Ziel, alle Klettereien, soweit dies überhaupt möglich war, in Nagelschuhen durchzuführen und wichen auch am Dirndl-Westgrat nicht von dieser Richtlinie ab.

Neben Gesäuseklettereien unternahm Pichl großzügige Touren, wie den Ortler-Hochjochgrat mit Viktor Wessely oder an Allerheiligen 1898 einen Abstecher in den Wilden Kaiser mit der damals berüchtigten (neunten) Abseilfahrt über den Totenkirchl-Südostgrat und nächtlichem Abstieg über die Karlspitze ins Tal.

Von den Erstbegehungen im Sommer 1899 seien genannt:
Großer-Buchstein Nordwand und -Nordgrat, Großer-Ödstein- Südwand und -Nordanstieg und die erste Überschreitung des Reichensteins von Westen nach Osten. Dann ging es mit bewährten Kameraden in die Dolomiten. Die Cima della Madonna wurde durch den Winklerkamin erklettert und die hoch im Kurs stehende Pala di San Martino besucht. Auch Schmittkamin und Kleine-Zinne-Nordwand durften nicht fehlen. Dazu kamen zwei Neutouren:  der luftige Nordwestgrat des Simone della Pala und mit Hanns Barth eine Überschreitung der drei südlichen Vajolettürme.
Dabei wurde der Gipfel des Delagoturms mittels eines engen, überhängenden Risses erklommen, dem Pichlriß. Er verlangte Mut und Kraft. Der Erstbegeher berichtete darüber in der Österreichischen Alpenzeitung unter dem Titel »Eine neue Modetour in den Dolomiten«. Im Führer damals bewertet: »An der Grenze des Möglichen.« Jahrzehntelang gehörte der Pichlriß zum Repertoire von qualifizierten Dolomitenkletterern. Mit der Erstbegehung der PlanspitzeNordwand im Sommer 1900 gelang es Pichl mit Fritz Panzer, »in dieser wohl prächtigsten Wand der Gesäuseberge nicht nur den leichtesten, sondern vor allem durch die Art der Wegführung schönsten Durchstieg zu finden«. Ein beachtlicher Erfolg war auch die Erstbegehung der Patteriol-Nordwand. Im Jahr 1901 wurden am Großen Buchstein, Festkogel und Totenköpfl im Gesäuse und am Großen Manndlkogel und am Großwandeck im Gosaukamm neue Routen erschlossen. Mit den Freunden Gams und Zimmer erfreute sich Pichl am Biancograt des Piz Bemina, und am letzten Urlaubstag gelang noch die Blitzlösung eines alten Problems: Dachstein Südwand.
Seit Robert Hans Schmill und Fritz Drasch 1889 erstmals einen Durchschlupf durch die kilometerbreite Mauer hinauf zur Unteren Windlucke gefunden hatten, wurde eine Durchkletterung der eigentlichen Südwand des Hohen Dachsteins immer wieder besprochen und erfolglos versucht. Man zweifelte, ob sie sich ohne künstliche Hilfsmittel bewältigen ließe.

In der Gipfelfallinie schien kaum eine Aussicht auf ein Durchkommen gewährleistet. Dazu war die Zeit noch nicht reif. Pichl suchte deshalb in der östlichen Wandhälfte, unterhalb der Dachsteinschulter, nach schwachen Steilen. Darüber berichtete er: »Im Juni 1901 lag ich mit einer heftigen Influenza unterm Dachstein in der Sonne und studierte die Südwand. Ich legte mir die Weglinie, die ich dann auch einhielt, besonders den Einstieg unter der Dachsteinwarte, zurecht.
 Mit Gustav Jahn wollte ich dann meinen Plan ausführen, aber noch ehe wir zum Einstieg in die Felsen gekommen waren, hatten uns Nebel und heftiger Steinschlag zurückgejagt. Im Juli 1901 waren wir in der Semina. Auf meinen Vorschlag verzogen wir – Eduard Gams, Franz Zimmer und ich - uns gegen Ende des Urlaubs auf die Bachlalm, um einen Südwandversuch zu unternehmen.
Und am letzten Tag, dem 27. Juli, gelang es. In viereinhalb Stunden stiegen wir glatt durch bis auf die Spitze, und nach der Gipfelrast sprangen wir hinab zur Austrlahütte. Dann tobte ein Hochgebirgsgewitter von seltener Heftigkeit. Doch eine halbe Stunde später schwammen die Wolkenfetzen von dannen, die letzten Strahlen der Sonne tauchten eine graue Nebelwand in Purpur, über allem aber leuchtete sie auf uns herab: die Dachstein-Südwand.«
Im September 1902 zog Pichl mit Ämilius Hacker, der zehn Jahre später mit acht Gefährten am Schneeberg in einer Lawine ums Leben kam, in die Dauphine-AIpen.
Auf einer primitiven Alm kochten sie mit getrocknetem Kuhdung und schliefen im Heu. Tagsüber wagten sie sich ins schroffe Neuland der Aiguilles d'Arves, die Meister Compton schon eindrucksvoll gemalt hatte. Die beiden stiegen diesmal in Kletterschuhen und bestanden manches Abenteuer. Das wildeste folgte an der Meije. Die berühmte Überschreitung wurde zu einer Mondscheintour.
Nach Mitternacht erreichte die Seilschaft den Pic Central. Pichl bezeichnete die Kletterei als »die grausigste, die er je geleistet« habe. Nach insgesamt 34 Stunden erfolgte der Einzug in  La Grave. Als elfte führerlose Partie eine gewaltige Leistung!
Eine vollständige Aufzählung der Neutouren Eduard Pichls wäre ermüdend.
1903 glückte die erste Durchsteigung der Laserz-Nordostwand, des Seekofel Westgrates, und am Montblanc wurde ein neuer Anstieg vom Dome-Gletscher gefunden. Erstaunlich blieb der Radius von Pichls bergsteigerischer Tätigkeit in Fels und Eis: von den Kletterriffen der Kreuzberge, den Wänden des Rätikons über die erste führerlose Begehung des Rothböckgrates bis ins Revier der höchsten Ostalpenberge.
Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges rückte Pichl sofort freiwillig ein, wurde in Galizien verwundet und gefangen, floh, wurde wieder gefaßt und nach Slblrien geschafft. 33 Monate verbrachte er dort unter lebensbedrohenden Strapazen, bis er endlich 1917 als Austauschinvalide  heimkehren konnte. Mit zerschossenem Handgelenk kam er als Kursleiter zur Heeresbergführer-Abteilung Ins Grödner Tal und war hier, dienstlich und privat im Dolomitenfels unterwegs. Selne schönste, zeitbeständige Neutour blieb die Langkofel-Nordkante.
Nach dem Krieg schenkten ihm die Berge um den Wolayersee  in den Karnischen Alpen noch die Erfüllung manchen Bergsteigerwunsches. Viele Aufsätze in der ÖAZ und in Alpenvereins-Jahrbüchern und einige Bücher (»Hoch vom Dachstein an«) werden die Erinnerung an Eduard Pichl weiter bewahren. Pichls für jeden an Alpin-Historie Interessierten wertvollstes Vermächtnis ist ,sein 1927 erschienenes Buch »Wiens Bergsteigertum«. Ein Denkmal der klassischen Wiener Schule!
Erwähnt werden muß auch Eduard Pichis Tätigsein als Funktionär: 1902 Präsident des ÖAK, ab 1921 jahrzehntelang Vorsitzender (Führer) der Sektion (des Zweiges) Austria und Begründer  der Austria-Bergsteigerschaft. In diesem Kreis wuchsen namhafte Bergsteiger heran. Überblättern darf man Pichis weltanschauliches Wirken nicht. Er bezeichnete sich selbst als »einen der Hauptvertreter des deutsch-völkischen Gedankens«. Es kam zu unerfreulichen Auseinandersetzungen. Dennoch habe einer seiner härtesten Gegner anerkennend gesagt: »Pichl war ein großer Mann!«

Als er am 15. März 1955 starb, ließ er an seinem Grab in Goisern eine letzte Botschaft verlesen: »Ich blicke zurück auf ein langes Leben, und stünde ich am Anfang desselben, ich würde es genau wieder so leben wollen. Ich bereue nichts, ich grolle niemand und bitte, daß auch mir niemand mehr grolle. Es irrt der Mensch, solange er lebt!«

 

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Luis Trenker

Luis Trenker, geboren als Alois Franz Trenker (* 4. Oktober 1892 in St. Ulrich in Gröden, Gröden, Südtirol, damals Österreich-Ungarn; † 12. April 1990 in Bozen, Südtirol, Italien), war Architekt, Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller.

Luis TrenkerLuis Trenker wurde am 4. Oktober 1892 als Sohn des Holzbildhauers und Malers Jakob Trenker und seiner Frau Karolina geb. Demetz, in St. Ulrich im Grödnertal geboren. Nach dem Besuch der örtlichen Volksschule (1898–1901) und der Bürgerschule im Knabenseminar Josefinum im nahen Bozen (1902–03) war Trenker kurzzeitig Ingenieur-Lehrling im Elektrizitätswerk seines Großvaters, Ferdinand Demetz, in St. Ulrich. Von 1903 bis 1905 besuchte er die Bau- und Kunsthandwerkerschule in Bozen. Dem schloss sich bis 1912 der Besuch der k.u.k. Realschule in Innsbruck an. Dort trat er der katholischen Mittelschulverbindung Cimbria Innsbruck bei. Bereits während seiner Schulzeit arbeitete er in den Ferien als Bergführer und Skilehrer. Trenker studierte nach der Reifeprüfung an der Technischen Hochschule Wien Architektur. Am Ersten Weltkrieg nahm er von Beginn an teil. Zunächst kämpfte er als Offiziersanwärter bei der österreichisch-ungarischen schweren Artillerie in Galizien und Russisch-Polen. Dann war er im Gebirgskrieg 1915–1918 gegen Italien eingesetzt, zuerst als Artillerieoffizier im Sperrfort Verle bei Trient und nach einer Verwundung ab 1916 als Bergführer in einer Bergführerkompanie in den Dolomiten. Bei Kriegsende hatte er den Rang eines Oberleutnants erreicht. Literarisch verarbeitete er seine Kriegserlebnisse in diversen Büchern, von denen Sperrfort Rocca Alta und Berge in Flammen die bedeutendsten sind. Nach Kriegsende unternahm Trenker erfolglose Versuche, in Bozen eine kaufmännische Existenz zu gründen, nahm schließlich sein Architekturstudium wieder auf, das er 1924 an der Technischen Universität Graz beendete, und arbeitete danach in Bozen als Architekt in einem gemeinsam mit Clemens Holzmeister geführten Büro. Kurzzeitig kam es auch zur Zusammenarbeit mit Kuno Krissler. Im Jahr 1928 heiratete Trenker die Leipziger Fabrikantentochter Hilda von Bleichert, mit der er vier Kinder hatte.

Kontakte zum Film
Erste Kontakte zum Film ergaben sich 1921. Trenker wurde von Arnold Fanck für den Film Berg des Schicksals als Bergführer engagiert. Nachdem Fanck festgestellt hatte, dass der eigentlich vorgesehene Hauptdarsteller nicht klettern konnte, übernahm Trenker die Hauptrolle. Darauf folgten in kurzer Folge weitere Filme, zunächst als Schauspieler, ab 1928 auch als Regisseur. In diesen ist Trenker oft Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor in einer Person. Ein neues Gesetz von 1927, wonach in Italien nur noch inländische Studientitel anerkannt wurden, erschwerte Trenker, der in Österreich studiert hatte, die Arbeit als Architekt. Kurze Zeit später gab Trenker sein Architekturbüro auf und arbeitete nur noch als Künstler und lebte bis 1940 in Berlin.

Als Regisseur debütierte er 1928 mit dem Stummfilm Kampf ums Matterhorn. Dem Engagement Carl Laemmles ist es zu verdanken, dass Trenker in Hollywood englischsprachige Versionen seiner ersten beiden Tonfilme herstellen konnte. Ganz oder teilweise in Amerika spielen seine folgenden Arbeiten, Lebensentwürfe zweier in den USA scheiternder Auswanderer, die in ihren Beschreibungen fremder Städte und Natur famose visuelle Qualität entwickeln. Dem kompetenten Blick des Alpinisten auf Wolkenkratzer und in Straßenschluchten offenbarte sich New York als Landschaft, die verborgene Kamera dokumentierte neo-realistisch Spuren der Weltwirtschaftskrise (Der verlorene Sohn, 1933/34). Die Wüsten des Westens hingegen erschienen ihm als Weiten, die Gefahren bergen (Der Kaiser von Kalifornien, 1935/36) .

Nationalsozialismus und italienischer Faschismus
Ein Hauptthema in Trenkers künstlerischem Schaffen ist die Idealisierung eines der Heimat- und Bergwelt verbundenen Lebens, das häufig der Dekadenz der Städte und Stadtbewohner gegenübergestellt wird. Das faschistische Regime in Italien und das NS-Regime in Deutschland konnten Trenkers Werke nicht zuletzt deshalb instrumentalisieren. Vor allem aber zählte Adolf Hitler lange Zeit zu Trenkers Bewunderern. Wenige Wochen vor der NS-Machtübernahme hielt Joseph Goebbels am 19. Januar 1933 in seinem Tagebuch fest: „Abends Film. Luis Trenker ,Der Rebell. Die Spitzenleistung. Ein nationalistischer Aufbruch. Ganz große Massenszenen . . . Hitler ist Feuer und Fett.“.

Sein Filmschaffen in Italien hatte erfolgreich die ideologischen Erwartungen Benito Mussolinis erfüllt. Auf eine Bemerkung des Emigranten Paul Kohner, dass „Condottieri“ (1937) wirklich ein faschistischer Film sei, antwortete Trenker damals offen: „Sie wundern sich? Ich erhielt doch den Auftrag, diesen Film zu machen, und die italienische Regierung finanzierte auch zum großen Teil die Arbeiten dazu. Wie soll denn da ein Film anders werden?“ Dieser Film, eine deutsch-italienische Koproduktion, für deren Massenszenen sogar 60 Mann der SS-Division Leibstandarte Adolf Hitler abkommandiert wurden, gilt der Filmwissenschaft heute aufgrund seines „propagandistischen Charakters“ als Beispiel für den „italienischen Film im Faschismus“. Ein interessantes Detail dabei war, dass Trenker seine Filme auch in Italien in seiner deutschen Muttersprache gedreht hatte; dies schien die faschistischen Machthaber nicht weiter gestört zu haben. Trenker setzte sich auch besonders für die in Bozen geplante Filmstadt ein, die allerdings nie errichtet wurde.

Trenker, der seit 1927 in Berlin lebte, trat schon im September 1933 der nationalsozialistischen Reichsfachschaft Film bei. Er gründete unter anderem mit Fritz Lang zusammen die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation Abt. Regie. Entgegen seinen späteren Behauptungen optierte Trenker im März 1940 im Zuge des Südtiroler Optionsabkommens nach langem Zögern für das Deutsche Reich. Im Sommer 1940 trat er auch der NSDAP bei.

Trenker versuchte sich dem Druck der künstlerischen Unterordnung zum Teil zu widersetzen, er fühlte sich vom deutschen NS-Regime immer weiter in die Enge getrieben. Bei den NS-Stellen waren schon früh einige Beschwerden über Trenker eingegangen, die jedoch ohne direkte Folgen blieben und seinen Stellenwert für die NS-Spitze viele Jahre lang nicht beeinträchtigten: Zuerst wurde er von P.G. Wohlhuber (Reichspropagandaleitung Abt. IV) im Februar 1934 denunziert. Dieser hatte Trenker belauscht, als er seinem Ärger in einem Gasthof Luft machte. Trenker beschwerte sich über die strengen deutschen Gesetze und meinte, so wolle er keine Filme mehr drehen und überhaupt könnten sie ihn in Berlin „kreuzweise“. Lyssa, Produktionsleiter der UFA, denunzierte ihn nur wenig später (März 1934) in einem ausführlichen Brief, worin er eine Äußerung Trenkers bei einer gemeinsamen Autofahrt in New York wiedergibt: „Ich habe gestern einen Schweden gesprochen – naja er hat ja Recht, es ist auch eine Schande, dass die Deutschen die Literatur verbrannten und, dass Deutschland die Juden rausschmeißt“.

1934 waren Beschwerden beim „Reichsfachschaftleiter Film“ aufgrund der Verschleuderung des von Trenker nach Südtirol eingeführten deutschen Kapitals eingegangen. Von seinen Mitarbeitern darauf angesprochen entgegnete Trenker wörtlich: „Ich bin Tiroler hier in Tirol und das ‚Deutsche Kapital‘ ist mir wurscht!“ und machte somit klar, dass er es weiter nach eigenem Gutdünken verwenden werde. Ebenso wurde er mehrmals von Mitarbeitern kritisiert, da er zuviele Ausländer in seinen Filmen engagierte. Es gibt auch eine Mahnung (Februar 1938) der Reichstheaterkammer, da Trenker in Wien jüdische Schauspieler verpflichtete.

Die „Wertschätzung der Nationalsozialisten“ blieb Trenker trotzdem lange erhalten. Sie erfuhr, fasste die Tageszeitung „Die Welt“ 2005 das Verhältnis der NS-Spitze zu Trenker zusammen, „erst eine Trübung, als er sich nach der Einigung zwischen Mussolini und Hitler nicht recht entscheiden mochte, ob er, der Südtiroler, sich bei der Option in Südtirol nun als Dableiber für eine Italianisierung oder als Optant für eine Umsiedlung ins Deutsche Reich votieren sollte. Das Lavieren trug ihm böse Kommentare von NS-Funktionären ein.“

Aufgrund dieses Zögerns in der schwierigen Optionsfrage fiel Trenker bei der NS-Führung dann im Frühjahr 1940 in Ungnade. Am 5. März 1940 verzeichnete Goebbels dazu in seinem Tagebuch: „Ich trage dem Führer den Fall Trenker vor. Dieses Schweinestück hat in Südtirol nicht für uns optiert. Hinhalten, freundlich sein, aber abservieren.“ Kurz darauf wurden auf direkte Anweisung von Goebbels hin sämtliche seiner Filmprojekte eingefroren oder abgesagt. 1940 beauftragte Himmler den Sicherheitsdienst SD, die früheren „deutschfeindlichen“ Äußerungen Trenkers nochmals näher zu untersuchen.

Trenkers weiteres politische Agieren bezeichnet Der Spiegel 1994 dann als „Werben um die Gunst der Nazi-Größen“ und als „serviles Bemühen, das Wohlwollen der Nazis wiederzuerringen“. Ende März 1940 optierte er schließlich fürs Deutsche Reich, versicherte sich aber, dass seine Eltern weiterhin in ihrem Haus in Südtirol verbleiben dürften. Er wurde bei Goebbels vorstellig, dem er laut dessen Aufzeichnungen „etwas von seinem Deutschtum vor(geschwafelt) habe“.

Dies und seine Bittschreiben an Hitler, Goebbels und Himmler blieben allesamt erfolglos. Um etwa seine Entscheidungskrise in der Südtiroler Optionsfrage zu rechtfertigen, verfasste er ein weiteres Schreiben an Hitler, worin er seine innere Bindung an sein Geburtsland und seine Berge beschreibt, aber auch erklärte: „Sie, mein Führer . . . können sich verlassen, daß ich zu gegebener Stunde genau weiß, wo ich hingehöre und wo ich zu stehen habe.“

Der Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums sandte 1941 ein Schreiben an den persönlichen Stab Himmlers, in dem sämtliche Zuwiderhandlungen Trenkers angeführt sind: Trenkers zwiespältiges Hofieren bei den italienischen Machthabern, seine Äußerungen gegen die Abwanderung der Südtiroler aus ihrem Gebiet sowie der Hinweis auf „deutschfeindliche“ Betätigungen im Ausland. In seiner beim Sicherheitsdienst hinterlegten Karteikarte findet man auch die Bezeichnung „deutschfeindlich“ vor.

1941 wurden das Drehbuch und die Finanzierung eines neuen Films abgelehnt, da Trenker darauf bestanden hatte, in den italienischen Alpen zu drehen. Auch andere Filmprojekte wurden von der Reichsleitung abgelehnt. 1942 spielte er – als Hauptdarsteller – mit der Genehmigung der Reichsfilmkammer im nationalsozialistischen Propagandafilm „Germanin – Bayer 205“. Das Drehbuch stammte diesmal allerdings nicht von Trenker selbst; die Regie führte Goebbels' Schwager Max W. Kimmich. Die Hauptrolle in „Germanin“ trug Trenker nach 1945 „den Ruf eines Nazi-Schauspielers“ ein (König/F.Trenker, Bera Luis, S. 219). Wie aus einem Brief an den Stab Himmlers hervorgeht, wurde Trenker nach diesem Film offiziell mit Berufsverbot belegt.

1940 schon hatte er Berlin verlassen und war nach Rom gezogen, wo er sich bessere Bedingungen erhoffte und 1942 Pastor Angelicus drehte. Er konnte 1943, diesmal auch wieder in der Funktion des Regisseurs und Autors, in Italien mit den Dreharbeiten zum Film „Im Banne des Monte Miracolo“ beginnen, die er jedoch erst sechs Jahre später, in Österreich, beenden konnte. König/F.Trenker (S. 221) bezeichnen diesen Film „als eigentliche letzte filmische Tätigkeit Trenkers zur Zeit des Dritten Reiches“. Er zog sich schließlich nach Bozen zurück und versuchte weiterhin, Finanzmittel für neue Filmprojekte aufzutreiben.

Anhand der Akten Trenkers im Berliner Document Center ergibt sich nach Ansicht des Autors Florian Leimgruber folgendes Bild von Trenker in der NS-Zeit: „Uns begegnet weder ein kraxelnder Freiheitsheld noch ein kriecherisch-unterwürfiger Handlanger oder Kollaborateur. […] ein normaler Durchschnittsmensch, der auch in schwierigsten Situationen in erster Linie darauf bedacht ist, sich und seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, sich seine ökonomischen Möglichkeiten und die berufliche Entfaltung nicht vermiesen zu lassen.“

Nachkriegszeit
Trenker wird von Kritikern trotz seines faktischen Berufsverbotes opportunistisches Verhalten gegenüber dem Hitler-Regime vorgeworfen. Vergebens wies er darauf hin, dass Adolf Hitler später seine Filme als „wurmstichig“ und Goebbels ihn als „Schuft und vaterlandslosen Gesellen, den man hinhalten und dann erledigen müsse“, bezeichnet hatte. 1949 setzte er mit der 1937 in Berlin gegründeten Luis Trenker-Film GmbH seine Filmarbeit in München fort. Er drehte, zunächst in Co-Produktion mit der Olympia-Film GmbH München, Kurzfilme über die Bergwelt, Porträts ihrer Bewohner. Es dauerte bis in die 1950er-Jahre, bis Trenker, der zwischen München und Bozen pendelte, wieder an alte Filmerfolge anknüpfen konnte. Er drehte zunächst Dokumentarfilme, die die Bergwelt behandeln, und ab 1955 wieder Kinofilme.

In der Sowjetischen Besatzungszone wurden seine Werke Kampf in den Bergen (Neufeld & Henius, Berlin 1932), Berge in Flammen (Knaur, Berlin 1935), Sperrfort Rocca Alta (Knaur, Berlin 1938), Leuchtendes Land (Eher, München 1941) und Hauptmann Ladurner (Eher, München 1943)[1][2] sowie in der Deutschen Demokratischen Republik Kameraden der Berge (Knaur, Berlin 1935) und Tiroler Helden (Knaur, Berlin 1942)[3] auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

1959 lief im Bayerischen Rundfunk die Sendung Luis Trenker erzählt an, in der Trenker schwungvoll und packend über sein Leben erzählte. Ab 1965 drehte Trenker vorwiegend Dokumentarfilme über seine Heimat Südtirol. In den 1970er-Jahren hatte er seine eigene Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen („Berge und Geschichten“). Erfolg hatte Trenker auch noch als Gelegenheitsschauspieler (so in der Fernsehserie Luftsprünge, 1969) und als Vermarkter seines unumstrittenen Rufs als Fachmann für alles irgendwie Alpine (Trenker-Hut, Trenker-Cord). Dazu zählen auch die zahlreichen in Zusammenarbeit mit Helmut Dumler edierten Alpen-Bildbände (Bruckmann Verlag, München 1970–80). Für Aufsehen sorgte 1948 Trenkers Versuch, mit den Tagebüchern von Eva Braun eine Fälschung auf den Markt zu bringen. 1974 ist er eines der Gründungsmitglieder der bayrischen Sektion des Freien Deutschen Autorenverbandes, dem er später auch als Vorsitzender vorsteht.

Trenker hat den Freilichtfilm, den Film ohne Schminke entdeckt und hoffähig gemacht. Ihn auf den Begriff Bergfilmer zu reduzieren, ist falsch. Er hat mit Der Berg ruft zwar einen herausragenden Bergfilm gemacht, er inszenierte aber auch Abenteuerfilme, Komödien, Krimis und Historienfilme, in denen das Motiv Berg eines von vielen war. Die eindringliche Hungerszene in Der verlorene Sohn wurde von Roberto Rossellini als wichtiger Eindruck auf dem Weg zum Neorealismus genannt.

In seinen letzten Lebensjahren setzte sich Luis Trenker auch für den Umwelt- und Naturschutz ein und sprach sich etwa vehement gegen eine durch das Oberpustertal führende Neutrassierung der sog. "Alemagna"-Autobahn aus.[4] Am 12. April 1990 starb Luis Trenker mit 97 Jahren in Bozen und wurde im Ortsfriedhof seiner Heimatgemeinde St. Ulrich in Gröden im Familiengrab beerdigt.

Auszeichnungen und Ehrungen
1936 Mussolini-Preis (Coppa Mussolini) für den besten ausländischen Film bei der Biennale in Venedig für Der Kaiser von Kalifornien
1966 Ehrenkreuz der Stadt Wien
1966 Komturkreuz der Republik Italien
1977 Goldenes Verdienstkreuz des Landes Tirol
1978 Karl-Valentin-Orden
1979 Bayerischer Verdienstorden
1982 Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
1982 Großes Bundesverdienstkreuz am Bande

Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/wiki/Luis_Trenker

 

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Heinrich Heß

Heinrich HessHeinrich Heß (* 29. Dezember 1857; † 12. August 1946 in Wien) war ein österreichischer Alpinist und Führerautor und gilt als der Erschließer des Gesäuses.

Bedeutung erlangte Heinrich Heß als Verfasser des ersten Gesäuseführers, der in seinem Erscheinungsjahr 1884 der erste deutschsprachige Führer für ein Alpengebiet gewesen ist.

Bis 1954 folgten insgesamt zehn Auflagen, spätere gemeinsam mit Eduard Pichl. Erst 1988, also mehr als hundert Jahre nach dem ersten Erscheinen, konnte Willi End eine vollständige Neubearbeitung des Gesäuseführers als Alpenvereinsführer vorlegen und eine jahrzehntelange Lücke in der Führerliteratur schließen.

 

Abbildung: Hess etwa um 1890 - Scan from a historic book 1894

Die Hesshütte im Gesäuse ist nach Heinrich Heß benannt.

Erstbesteigungen:

Peternpfad auf die Planspitze am 11. Juni 1877, als erster Tourist geführt von Andreas Rodlauer
Wasserfallweg im Urzustand, ohne die danach angebrachten Versicherungen, ebenfalls auf die Planspitze, am 5. Juli 1877 als erster Tourist, Kleiner Buchstein Nordostgipfel (1985 m ü. A.) am 29. August 1877 mit E. Gerstenberg und Andreas Rodlauer. Darüber hinaus führte Heß zahlreiche frühe Begehungen in den Gesäusebergen durch.


Veröffentlichungen: Der Hochtourist in den Ostalpen ist ein mehrbändiges Werk, das er ab 1894, gemeinsam mit Ludwig Purtscheller herausgab. Dieses in der Reihe Meyers Reisebücher erschienene Buch war über Jahrzehnte ein Standardwerk der ostalpinen Führerliteratur. Außerdem redigierte er von 1889 bis 1920 die Mittheilungen des DAV und OeAV und die Zeitschrift des DOeAV (Jahrbuch).

Weblinks: Hess Heinrich. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 303 f. (Direktlinks auf S. 303, S. 304).
Informationen zu Heinrich Heß

 

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Dr. Merlet Alexander Erwin

Mediziner, Bergsteiger, Maler und Graphiker.

Geboren 1886 in Wien-Währing, gestorben am 8.12.1939 in Bozen (Südtirol),

Dr. Merklet Alexander Erwin - Selbstportrait - im Hintergrund die SellatürmeSelbstporträt Erwin Merlet, Hintergrund:Sellatürme

Erwin Merlet wurde 1886 in Wien-Währing geboren und zog im Alter von acht Jahren mit seiner Mutter nach Meran. Hier besuchte er auch bis 1905 das Gymnasium der Abtei Marienberg. Sein auf Drängen seiner Mutter aufgenommenes Medizinstudium in Innsbruck schloss er 1912 ab. Nach seinem Militärjahr, das er als Assistenzarzt in Klagenfurt verbrachte, studierte er ab 1913 an der Akademie der Bildenden Künste München. Während seines Studiums trat er dem Corps Gothia bei, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Hier erwarb er sich einen Ruf als guter Sportler, unter anderem als Ruderer und Boxer, vor allem aber als ausgezeichneter Skifahrer. Von 1914 bis 1915 nahm Merlet in Serbien am Ersten Weltkrieg teil, von 1916 bis 1918 diente er in Gröden als Arzt und Bergführerinstruktor. Nach dem Krieg lebte er als freischaffender Künstler in Bozen, da er sich eine Fortsetzung seines Studiums nicht mehr leisten konnte. Als Maler blieb Merlet der erhoffte Erfolg jedoch zu Lebzeiten versagt, insbesondere die Ablehnung der erhofften Teilnahme an der Biennale di Venezia 1920 war eine große Enttäuschung. Zu dieser Zeit erwarb er sich jedoch einen Ruf als hervorragender Alpinist, der insbesondere bei der Erschließung der Palagruppe eine große Rolle spielte. 1925 eröffnete er in Bozen und Cortina d'Ampezzo Bergsportgeschäfte, die jedoch keinen großen Erfolg hatten. In den folgenden Jahren widmete er sich hauptsächlich der Gebrauchsgrafik. 1939 starb Erwin Merlet an den Folgen einer Typhuserkrankung und wurde in Völs am Schlern beigesetzt. Erst 1971 wurde ihm in Bozen eine Gedächtnisausstellung gewidmet.[1]

In Merlets Werk dominieren Ölgemälde und Grafiken der heimischen Bergwelt. Des Weiteren dokumentierte er in Zeichnungen seine zahlreichen Klettertouren. Daneben fertigte er auch Fresken, Porträts und zahlreiche Gebrauchsgrafiken, beispielsweise für Werbezwecke, an. Unter seinen wichtigsten künstlerischen Einflüssen war der Alpenmaler Gustav Jahn, mit dem er auch zahlreiche Bergtouren unternahm. Mit Leo Sebastian Humer und Hans Andre arbeitete er in der Künstlergruppe "Waage" zusammen.[2]

Erwin MerletNeben Gustav Jahn waren Günter Dyhrenfurth und Gunther Langes Merlets bekannteste Bergpartner.

Insbesondere mit Langes erlangte Merlet Bedeutung als Erschließer der Palagruppe, die Seilschaft wurde vor allem durch die Erstbegehungen des Gran Pilastro an der Pala di San Martino und der Schleierkante an der Cima della Madonna (1920) bekannt.

Darüber hinaus gelangen ihm drei Erstbegehungen am Sass de Mesdi sowie 1918 die Wintererstbesteigungen von Grohmannspitze, Fünffingerspitze und Zahnkofel.[3]

 

Bild: "Ein böser Augenblick" nach einem (Tempera) Gemälde von Erwin Merlet. Dem Bergsteiger begleitet stets auch der Tod.

 

Erstbegehungen:

1914 - 1. Beg.Totenkirchl "U-Weg"(Wilder Kaiser)

1917 - 1. Best.Bergführernadel-Südwestwand,100 HM,2787m,(Langkofelgruppe)

1917 - 1. Beg.Fünffingerspitze-Daumen Nordkante,IV,2996m,(Langkofelgruppe,Dolomiten)

1917 - 1. Beg.Innerkoflerturm-Nordgrat ,III,300 HM, 3098m, (Lankofelgruppe)

1917 - 1. Beg.Sass de Mesdi-Südwandpfeiler,IV,2760m, (Geisler-Gruppe,Dolomiten)

1917 - 1. Beg.Sass de Mesdi-Direkte Westwand,IV-V,150 HM,2760m,(Geisler-Gruppe)

1917 - 2. Beg.Langkofel-Punta di Salami "Delago-Führe",2844m,(Langkofelgruppe,Dolomiten)

1917 - 1. Beg.Langkofelkarspitze-Südostgrat,2811m,(Langkofelgruppe,Dolomiten)

1917 - 1. Best.Bergführernadel-Südwestwand,100 HM,2787m,(Langkofelgruppe)

1917 - 1. Beg.Langkofeleck-Nordostwand "Direkte",III,750 HM,3069m,(Langkofelgruppe)

1917 - 1. Beg.Innerkoflerturm-Verbindungsgrat der Langkofelkarspitze, 3098m,(Langkofelgruppe)

1917 - Beg.Daumen,2953m u.Überschreit.Fünffingerspitzen,IV,600 KM,2996m,(Langkofelgruppe)

1917 - 3. Beg.Langkofel-Westgrat (Wesselyturm),III,1000 HM,3181m,(Langkofelgruppe)

1918 - 1. Winterbest.Grohmannspitze,3111m, (Langkofelgruppe,Dolomiten)

1918 - 1. Winterbest.Fünffingerspitzen,IV,600 KM,2996m,(Langkofelgruppe)

1918 - 1. Winterbest.Zahnkofel,2997m,(Grödner Dolomiten)

1918 - Winterbest.Innerkoflerturm, 3072m, (Langkofelgruppe)

1918 - 1. Beg.Langkofeleck-Nordostwand "Jahn-Merlet-Berger-Führe",3054m,(Langkofelgruppe)

1918 - 1. Beg.Dritter Sellaturm-Südwestwand "Jahnweg",IV,150 HM,2688m,(Dolomiten)

Südwestwand des 3. Sellaturmes (1918), Pala di San Martino, Südwestpfeiler, Gran Pilaster (1920), Cima della Madonna, Nordwestkante "Schleierkante" (1920), etc., alle Dolomiten.
Begleiter: Gustav Jahn, Dr. Günther O. von Dyhrenfurth, Günter Langes.

1918 - 2. Beg.Langkofel-Nordkante "Pichl-Führe",IV+,1000 HM,3181m,(Langkofelgruppe,Dolomiten)

1918 - 3. Beg.Großer Murfreitturm-Nordwestwand "Pescosta-Trenker Führe",2724m, (Sellastock,Dolomiten)

1920 - 1. Beg.Cimma della Madonna-Nordwestkante "Schleierkante",IV+/A0,400 HM,2733m,(Pala)

1920 - 1. Beg.Pala di San Martino-Südwestpfeiler "Gran Pilastro",IV-,600 HM,2987m,(Pala)

http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMerlet4.jpg (von Merlet (Pellegrinon: Gunther Langes - Schleierkante) [Public domain], durch Wikimedia Commons)

1921 - 1. Beg.Tscheiner-Spitze-Westwand "Langes-Merlet",IV-V,300 KM,2791m,(Rosengarten)

 

Quelle & Literatur:

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Merlet

WIKIMEDIA (Bildergalerie) http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Erwin_Merlet?uselang=de

ÖAW - Das digitale Publikationsportal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: http://epub.oeaw.ac.at/

L.: Dolomiten vom 24. 2. 1971; Der Schlern, Jg. 20,
1946, S. 150; Jahresber. der Sektion Bozen des Südtiroler Alpenver., 1965, S. 6f.; Südtiroler Künstlerbund
- Zum Gedenken an den Maler und Grafiker Dr. E. M., 1971; Vollmer; G. Langes, DolomitenKlettelführer,
Bd. 1 b, 1969, S. 21,145,171. (J. Rampold)

 

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Viktor Sohm (1869-1960)

geboren: *19.Juni 1869 in Dornbirn/Österreich

gestorben: † 15. Dezember 1960 Trogen/Schweiz) - Schipionier

Vorbild und L1869-1960 Skipionier am Arlbergehrmeister des legendären Hannes Schneider , darf als einer der verdienstvollsten Skipioniere Österreichs bezeichnet werden. Das Multitalent in Sachen Skisport - er entwickelte Skiwachse und Klebefelle - war erfolgreicher Skispringer, Skibergsteiger, Alpinist und Begründer der berühmten Arlbergtechnik . Als erster Präsident des österreichischen Skiverbandes gingen von Sohm wichtige Impulse für die Entwicklung des Skisports in Österreich und Europa aus.

z.B. 1904 - mit 18,5 m stellte Victor Sohm aus Bregenz die bis dato größte Sprungweite eines Mitteleuropäers auf.

Neunzig Jahre Victor Sohm

Wenn einer das 90. Lebensjahr erreicht, so weiß die junge Generation dieser Zeit meist schon nicht mehr viel von ihm. Und doch - mindestens die Skisportler und Skitouristen unter den Alpenfreunden wissen noch von diesem zweifellos bedeutendsten der noch lebenden Skipioniere der Alpen. Er war- um nur ein entscheidendes Element zu nennen- der Lehrmeister eines Hannes Schneider. Auf ihn gehet letzten Endes die nachmals weltbekannte "Arlbergtechnik" und "Arlbergschule" zurück - jene "ARLBERGSCHULE", die besonders auch durch die Fanckh-Skifilme Hannes Schneiders bekannt und von größter Bedeutung für die Entwicklung des alpinen Skilaufes zum Volkssport wurde. Doch darüber hat die schöne Bergverlags-Zeitschrift DER WINTER in ihrem Heft 7/1959 kürzlich ausführlich und mit Bilder berichtet, so daß ich den skihistorische interessierten Leser bitten darf, dort nachzulesen.


Hier und heute soll vom Bergsteiger VICTOR SOHM die Rede sein, zumal gerade diese Seite seines Lebens weiniger bekannt, aber so bedeutsam ist, daß Sohm unter die großen Alpinisten seiner Zeit gerechnet werden darf.

Der Charakter der alpinen Skifahrten Victor Sohms und seiner Gefährten zeigt dem Eingeweihten sofort, daß da ein Bergsteiger, ein alpiner Skifahrer am Werk war. Denn so sehr ihn die sportliche Seite begeisterte - er war, wie fast alle alpinen Skipioniere, vom Bergsteigen her über die Skitouristik zum alpinen Skiläufer geworden. Das ist der große, grundlegende Unterschied zu dem Massenpistentourismus von heute: Sohms Ziele lagen oben, lagen im Berg, in dem aus eigener Kraft gewonnenen Gipfel. Das Ziel der Pisten-Touristen liegt unten an der Talstation des Skilifts oder der Bergbahn, ohne die sie nicht mehr aufsteigen, die Höhe gar nicht mehr erreichen können oder wollen.
Der Bergsteiger Sohm ist eigentlich das tragende Element dieses Lebens. Es war ja nur natürlich, daß die Sohmbuben in Bregenz, wo Sohm am 19. Juni 1869 als Österreicher geboren und aufgewachsen ist, auch mit den vielen Bergsteigern dort in Berührung kamen. So wurde der sportlich eingestellte Victor ein Bergsteiger, und zwar ein Bergsteiger im uneigentlichen Sinne, der seine Meisterschaft in vielen kühnen
Alleintouren auch schwierigster Art ganz unzweideutig bewiesen hat, der aber auch mit jedem aufrechten Bergführer gut Freund war und viele treue Bergkameraden hatte und hat - bis zum heutigen Tage, wenn auch die Mehrzahl schon dahingegangen ist. Von seinen Berg- und Skikameraden seien wenigstens einige der bekanntesten genannt, womit aber , beileibe keine Auslese getroffen werden will: Hermann Hartmann, Eugen Heimhuber, Leonhard Heiss (der beste Bergsteiger, den er je kennen lernte), Georg Herold, Karl Huber, Gustav Jahn, Fritz Iklè, Max Madlener, Josef Ostler, Eduard Pichl und Ferdinand Schallert, der später so berühmte Bergführer aus Bludenz. Sohm hat jedoch seine Bergfahrten grundsätzlich und fast ausnahmslos ohne Berufsbergführer durchgeführt. Mit den genannten Gefährten und vielen anderen Begleitern hat V. Sohm u. a. folgende Berggruppen besucht:

Rätikon, Ferwall, Silvretta, Samnaun, Ötztaler und Stubaier Alpen, Kalkkögel, Ortler, Klostertaler und Lechtaler Alpen, Parzinn, Julische Alpen, Säntisgruppe, Glarner, Urner, Walliser Alpen, Berninagruppe, Bergeller . Granitberge, Plessuralpen und besonders auch die Dolomiten.

Um wenigstens einige Proben und Gipfelnamen zu nennen - allein der Tourenbericht für das Jahr 1901 weist Über 100 Gipfel auf! - sei je eine West- und Ostalpengruppe herausgegriffen, wobei wiederum nur die wichtigsten Gipfel unter vielen genannt sind.

Im Wallis: Monte Rosa, Weißhorn (überschreitung von Randa nach Zinal), Matterhorn, Zinalrothorn u.a. in den Dolomiten: Fermedaturm, Große und Kleine Furchetta, Sass Rigais, Haunold, Elfer, Einser, alle Vajolet- und alle Grasleitentürme, Langkofel, Grohmannspitze, Fünffingerspitze, Zahn und Plattkofel u. a.

Unter den vielhundert Gipfeln ist etwa ein halbes Hundert Neutouren und Erstbesteigungen; darunter sogar noch, einige Besteigungen von bis dahin noch nicht bestiegenen Gipfeln, so Knoppenjochspitze, Löffelspitze, Novaturm und Erzbergspitze in den Lechtaler Alpen, die Mittlere Fasulnadel im Ferwall, die Gamsfreiheit im Gauertal, im Rätikon, die Westgipfel . der Kuchen und der Küchelspitze.

Die Neutouren hier alle aufzuzählen ist nicht möglich. Es seien nur die Erstersteigung der 'Rock-spitze-Südwand' (Arlberg) mit Pichl oder

die erste Ersteigung der Presanella über die Nordwand mit Gustav Jahn genannt, die er einmal als "einen hocheleganten Spaziergang" bezeichnete.

Die Masse der Neufahrten hegt in seinen heimatlichen Bergen, aus denen noch die kühne erste Gesamtüberschreitung des riesigen vielgipfeligen Massivs der Kuchenspitze von Ost nach West genannt sei, die Sohm allein ausführte und dabei gleich die zwei Westgipfel erstmals bestiegen, den Westgrat erstmals vollständig begangen hat. Bei dieser Ferwalltour handelt es sich um eine der größten Urgesteinsgrattouren der Ostalpen.

Kein Wunder also, daß Victor Sohm zu einem der Erschließer und besten Kenner dieser nordwestlichsten Ostalpengebiete wurde. Das spiegelt sich besonders in seiner Mitarbeit am "Hochtourist", 4. Auflage 1910 I. Band, wo "G. Herold und V. Sohm" an die Spitze jener Dankadresse gestellt sind, an "die Herren, welche ganze Gruppen bearbeitet haben". Sie werden als Verfasser folgender Gruppen genannt: Bregenzerwaldgebirge, Rotwandgruppe, Lechtaler Alpen, Rätikon, Verwall und Silvrettagruppe.

In gleicher Weise hat Sohm natürlich an allen Ostalpen-Skiführern seiner Bereiche mitgearbeitet, ja auch dort ganze Gruppen beschrieben, so z. B. im Ostalpen-Skiführer von Biendl und Radio-Radiis 1906/1923 und anderen Skiführern.
Dem weitgereisten Gentleman Victor Sohm war aber zu allen Zeiten der Mensch und sein Geist das oberste Gebot bei seinem Tun, nicht irgendeine physische Leistung. Als ob man Bergsteigen nach Höhenmetern und Meterkilogrammen messen könnte. Es war der weltumspannende Geist eines Nansen, dem Victor Sohm insgeheim huldigte, jenes Nansen, dem Sohm an Gestalt und Wesen so sehr ähnlich ist. Und es war der Geist der Berge, der ihn so jung und gesund erhielt, daß er mit 85 Jahren noch, skilaufen konnte.

Mögen ihm noch viele glückliche Tage, freundlicher Rückschau auf seine geliebten Berge der Heimat gewährt sein, auch nach seinem 90: Geburtstag, den er am 19. Juni im Kreise seiner Lieben feierte.

Walther Flaig
28. August 1959

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Edmund Gütl (1879 - 1909), Alpinist und Beamter

Gütl Edmund, Ingenieur. * Wien, 16. 10. 1879; + Grimming (Stmk.), 28. 6. 1909 (Absturz am Multereck). Stud. 1898-1903 an der Techn. Hochschule in Wien, seit 1903 beim niederösterr. Landesbauamt beschäftigt,
wurde schließlich Landesbaukomm. für Wasserbauten. Gütl war ein namhafter Bergsteiger des klass. Zeitalters der Wr. Führerlosen. Er führte zahlreiche Bergfahrten in den Zillertalern, Ötztalern und den Dolomiten, im Berner Oberland, im Wallis und im Dauphine aus: 1901 Ödsteinkarturm S-Wand (1. Best.); Care Alto, Adamellogruppe, SO-Grat (1. Begeh. und 1. überschr. des Berges); 1903 Marltgrat;
1907. Tieflimauer NW-Wand (1. Best.);
1908 Pic du Midi d'Ossau, Pyrenäen,
NW-Wand (1. Best., zugleich 1. überschr.
des Berges). 1902-09 Mitgl. des ÖAK.
W.: Beiträge in der ÖAZ. L.: G. Schmidt, E. G., in: OAZ 1909, S. 168: WB;
Grundwald. n.3223: Mitt. Amt der niederösterr. Landesregierung, Wien.

Edmund Gütl.† 28. Juni 1909·
"Er hat den Sonnenschein in unseren kleinen Kreis getragen, so oft er bei uns zu Gaste war." Eine treffendere Charakteristik als in diesen Worten liegt, die dem Briefe eines seiner Freunde aus den letzten traurigen Tagen entstammen, ist von Edmund Gütl kaum zu geben.
Er war ein Sonnenkind. Nicht eines von jenen, die das Glück von vornherein verwöhnt und mit GUtern überschüttet - diese wurden ihm in reicherem Maße erst in den letzten Jahren zuteil -, aber sein Vermögen waren ein heiterer klarer Sinn und ein goldener Humor, gepaart
mit großer Herzensgüte und Bescheidenheit.
Als Alpinist hat er von der Pike auf gedient. Dem akademischen alpinen Kreise entstammend,fand er bald den Weg zum Österr. Alpenklub, und durch seine vielen Turen in den Ostalpen und in den letzten Jahren auch in der Schweiz, im Dauphine und in den Pyrenäen gewann er einen g roßen Freundes- und Bekanntenkreis, der ihn nach Gebühr schätzte und hochhielt. Sein Streben in alpiner Richtung ging nicht die Bahnen der Gipfelsammler und Novitätenjäger strenger Observanz, wenn er auch stets bestrebt war, neue Gebiete und Gruppen kennen zu lernen und dabei Aufgaben allerschärfster Richtung durchaus nicht aus dem Wege ging, sondern zupackte, wo sich die Gelegenheit bot. Aber ein Almbummel in
weltentrückter Einsamkeit befriedigte ihn ebenso wie die Besiegung einer prallen Wand, eines steilen, turmbekrönten Grates oder eines wildzerklüfteten Gletschers. Ein Gang durch sommerliche oder winterliche Waldespracht, ein Sonnenuntergang in einer sogenannten
"faden" Gegend konnte die tiefsten Gefühle bei ihm auslösen. Denn er fand mit hellem Auge überall das Schöne in der Natur und verstand, dieses zu genießen. Ganz hervorragend waren seine gesellschaftlichen Qualitäten. Seine schöne Stimme, sein treffliches Klavierspiel und damit in Verbindung ein enormes Repertoire, welches er, ohne sich lange bitten zu lassen, gern und unermüdlich auf Wunsch zum besten gab, halfen manchen verregneten Tag verkürzen, manche Mühsal und Plage nach getaner Bergtur an heitergeselligem Abend vergessen, und werden Edmund Gütl auch allen, die ihn nur von dieser Seite kannten, schwer vermissen lassen.
Im Jahre 1879 am 18. Oktober in Wien geboren, wurde Edmund GütI nach Absolvierung der Volks- und Mittelschule Hörer des Wien er Polytechnikums und trat nach Beendigung seiner Studien in die Dienste des Niederösterreichischen Landesbauamtes, dem er als Landesbaukommissär für Wasserbauten angehörte. Wohl nur wenige seiner Kollegen dürfte es geben, die sich in ihrem Berufe so glücklich fühlten als er. Gab ihm dieser doch Gelegenheit, seiner Neigung zum Naturgenuß reichlich nachzugehen. Seine ganz besondere Fähigkeit, sich
mit der ländlichen Bevölkerung gut zu stellen, ließ ihn auch im Berufe, der ihn in ständigen Konnex mit dieser brachte, Aufgaben spielend lösen, denen Bureaukraten verständnislos gegenübergestanden wären. Die Strapazen des auswärtigen Dienstes oder der Manöver-
er war auch Leutnant d. R. - verlachte er; ihm waren sie Spaß. Er war eben ein echter Sohn des Volkes, gesund, stark und edel in jeder Beziehung, den auch die Hochkultur, der er ein tiefes Verständnis entgegenbrachte, nicht verderben konnte.
Als Turengenosse von steter Hilfsbereitschaft, Selbstlosigkeit und unversiegbarer Heiterkeit, auch dort, wo manchem" unten". recht laut gewesenen Kameraden der Humor ausging, war er der gute Geist der Truppe, wenn unvorhergesehene Schwierigkeiten, Zweifel, Differenzen
oder Meinungsverschiedenheiten die Zügel der Disziplin zu lockern drohten. Ein glückliches Wort aus seinem Munde und ein Blick in sein edles, stets sonnengebräuntes, liebes Antlitz gaben die Stimmung wieder, die nötig war, das Schwerste zu besiegen.
Freund Gütl ist nicht mehr. Er starb den Tod des Ikaros. Doch für uns ist er nicht tot, denn tot ist nur, wer vergessen ist; und ihn werden wir nie vergessen.
Gustav Schmidt.

 

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Otto Laubheimer (1882-1903), Alpinist

Laubheimer, Otto (1882-1903), Alpinist

Laubheimer Otto, Alpinist. * Wien, 28.4.1882; gestorben Hochtor im Gesäuse (Stmk.), 8.9.1903 (abgestürzt).

Sohn eines Steinmetzen und selbst Steinmetz von Beruf, war L. einer der ersten Alpinisten
aus den Kreisen der Wr. Arbeiterschaft. Unter größten Entbehrungen, mit wenig Gepäck und wenig Proviant
(Vegetarier), machte er zahlreiche, sehr schwierige (auch im Abstieg) und auch lange, anstrengende
Kletterfahrten, darunter gewaltige Gratüberschreitungen (Ennstaler Alpen, Dachsteingruppe, Stubaier
Alpen, Ortlergruppe), in erstaunlich kurzer Zeit, zumeist allein. 1903 Mitgl. des ÖAK. Begleiter: G.
Jahn, C. Opel, J. Ostler, R. Purek, V. Schwenk und Stögmüller. Neufahrten: Vegetariersteig
am Peilstein (? 1902); Rosengartenspitze, neuer Aufstieg von Westen (1902), in den Dolomiten; Wr.
Neustädter Steig (1902) und Loswandpromenade (1903) auf der Raxalpe; 1. kreuzweise überschreitung des
Admonter Reichensteins (1903); Niederer Dachstein, Nordwestgrat und neuer Abstieg über den Südgrat,
Eiskarlspitze, Nordostwand und 1. überschreitung, Große Bischofsmütze, Südwand und 1. Überschreitung, in
der Dachsteingruppe (alle 1903); Cima Tosa, Ostgrat und Südgrat, in der Brentagruppe (1903)

Literatur / Quelle:

PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), S. 46f.

http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_L/Laubheimer_Otto_1882_1903.xml

Der Naturfreund, 1903 S85 f., 100;WB, Autor: Hösch

W.: Eine Überschreitung des Hallermauerngrates in ÖAZ 1903 S.210-213,222-224

Der Naturfreund, 1903 VII JG. Seite 1-4 "Auf die Fünffingerspitze (2997,) durch den Schmittkamin"

Die Zeit Nr. 340 vom 10.september 1903 Seite 5 "Das Touristenunglück auf dem Hochthor"

L.:ÖAZ 1903, s.Reg.: Der Gebirgsfreund, 1903, S148;


 

Der Naturfreund, 1903 S85 f., 100;WB, Autor: Hösch

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dna&datum=1903&page=121

Otto Laubheimer abgestürzt.

Am 8. September I. J. hat ein hoffnungsvolles Bergsteigerleben jäh geendet. Otto Laubheimer, der tollkühne Kletterer, dem keine Steilwand zu schroff, der vor keinem Hindernis zurückscheute, dessen Leistungen das Menschenmögliche bezeichnen, er hat nach zurückgelegter schwieriger Tour den Tod gefunden beim Abstieg in einem Terrain, das ihn sein Können befähigte, spielend zu bewältigen. Mit stolzgeschwellter Brust über das geglückte Wagnis scheint es, daß er bei dem leichten Abstieg die Vorsicht, welche im exponiertesten Terrain ihn stets begleitete, außeracht ließ.

Aus den Berichten der Tagesblätter über das Unglück scheint uns der verläßlichste der zu sein, welchen der Augenzeuge des Unfalles und Tourengenosse Laubheimers, der akademische Maler Herr Gustav Jahn (0. A.KI.) in der "Zeit" veröffentlichte und den wir im nachstehenden wiedergeben:

Laubheimer war mit Oppel zusammen von Wien weggefahren. Sonntag bestiegen sie den Reichenstein und Montag das Hochtor. Ich stieß erst Montag mittags im Heindelkar zu den beiden Herren. Herr Oppel, der sich nicht ganz wohl fUhlte, stieg zu Tal, während Laubheimer und ich an diesem Tage die Partie bis auf das Ödsteinkar fortsetzten, wo wir biwakierten. Bei Tagesanbruch kletterten wir über die Nordseite auf den groBen Ödstein und über den Verbindungsgrat gelangten wir auf das Hochtor. Auf diesem Wege trafen wir wieder mit
Herrn Oppel zusammen, der den Grat über die Südseite erreicht hatte. Auf dem Hoehtor trafen wir ungefähr um 1/2 12 Uhr ein. Um 1/2 1 Uhr brachen Laubheimer und ich auf, um über den Grat zur Peternscharte und über den Peternpfad nach Gstatterboden zu gelangen. Ungefahr 200 Schritte vom Hochtor - wir waren etwa eine Viertelstunde unterwegs - passierte das Unglück. Laubheimer ging voraus; er verfolgte den Grat noch weifer, während ich bereits nach links abschwenkte.

Ich rief ihm zu, er möge umkehren, da hier der richtige Abstieg sei. Er erwiderte, es gehe auch auf dem Grat ganz gut. Ich war etwa dreißig Meter tiefer gekommen, da hörte ich ober mir das Gepolter losbrechender Steine und gleich darauf sausten knapp neben mir zentnerschwere Blöcke und der Körper Laubheimers in die Tiefe. Ich trat so weit, als es möglich war, an den Rand der Felsen, konnte jedoch keine Spur von Laubheimer entdecken. In größter Eile stieg ich auf das Hochtor zurück, wo ich eine Gesellschaft antraf, Der Führer Lechner, dem ich genau die Absturzstelle beschrieb, trat sofort den Abstieg an, wir folgten langsamer nach. In einer halben Stunde war der Führer bei der Heßhütte, wo er seinen Neffen traf, mit dem er sich gleich auf die Suche nach Laubheimer in das Roßkar begab, wohin meiner Meinung nach der Unglückliche gestürzt sein mußte.

Inzwischen waren auch wir zur Heßhütte gekommen, Oppel und ich eilten in das Roßkar nach, während zwei Herren die Kunde von dem Unglück nach Johnsbach brachten. Als wir im Hoßkar eintrafen, riefen uns die Führer von Felsen, auf denen Laubheimer lag, zu, daß sie diesen bereits tot aufgefunden haben. Die Führer ließen dann die Leiche an einem Seile in das Kar herunter.

Wir betteten den Leichnam im Schnee, konnten ihn jedoch wegen der einbrechenden Dunkelheit nicht mehr ins Tal befördern. Am nächsten Morgen wurde die Leiche von sechs Trägern auf einer Bahre in die Totenkammer nach ]ohnsbach gebracht, Mittwoch abends trafen die Mutter und die Schwester Laubbeimers in Johnsbach ein und verfügten, daß die Leiche nach Wien überführt werden solle.

Lauhheimer stand im 22. Lebensjahre; in unserem Verein hat er mit 19 Jahren seine touristische Tätigkeit begonnen. Später, als ihn seine Übung dazu befähigte, trat er außerdem dem Österreichischen Alpenklub bei. Größtenteils mit Mitgliedern dieser hoch turistischen Vereinigung hat er seine kühnsten Klettertouren ausgeführt. Von den besonders schwierigen Touren, die Laubheimer in der letzten Zeit gemacht, mögen folgende hier Erwähnung finden:

Rinnerkogel (2008 m), I. Ersteigung über die Ostwand und Überschreitung nach Westen (gemeinsam mit Camillo Oppel);
Überschreitung des ganzen Hallermauerngrates an einem Tag (allein);
1. Überschreitung des Grates vom Niederen Kreuz zum Hohen Dachstein (mit Gustav Jahn);
Eiskarlspitze, 1. Ersteigung über die Nordostwand (allein und in Nagelschuhen);
Große Bischofmiitze, 1. Ersteigung über die Südwand (mit Gustav Jahn).

Wie ungemein schwierig besonders die letztere Tour gewesen sein muß, erhellt aus dem Satz, mit welchem Jahn und Laubheimer ihren Bericht in der ",Österr, Alpenzeitung (vom 3. Sept.) schließen und der folgendermaßen lautet:

"Die Tour ist entschieden die schwierigste und der sehr schlechten Stellung wegen, die wir bei Vornahme
des menschlichen Steigbaumes an der schwersten Stelle einzunehmen gezwungen waren, auch die gefährlichste, die wir bisher unternommen"

Mit Otto Laubheimer verliert unser Verein nicht nur eines seiner tüchtigsten, sondern auch eines seiner tätigsten Mitglieder. War er nicht gerade auf der Tour, so konnten wir ihn jeden Dienstag und Freitag in unserer Mitte sehen. «Der Naturfreund» beklagt durch den Tod Laubheimers einen schätzenswerten und freudigen Mitarbeiter, In unserem heurigen Jahrgange entstammen die Artikel: «Auf die Fünffingerspitze durch den Schmittkamin» (Nr. 1) und «Eine Überschreitung der drei Haltspitzen im Kaisergebirge» (Nr. G) seiner Feder.

Über Laubheimers Leiche hat die Erde sich geschlossen. In aufrichtiger Trauer gedenken seiner zahlreiche Vereinsgenossen, die ihn wegen seiner musterhaften Bescheidenheit liebgewonnen haben.

H.h.

 

 

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Richard Gerin

Richard Gerin - Alpinist Zu Richard Gerin sind uns leider keine weiteren Daten bekannt ..

 

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Franz Zimmer, geb. 1865 in Böhmen, gest. 1941 in Wien

Franz Zimmer und sein Spezl wurden in Gstatterboden von einem alpinistisch ehrgeizigen wiener Ehepaar angesprungen und gequält, d.h. für Führerdienste angeheuert. Man ging schließlich über die Südwand auf den Großen Buchstein und stieg über den Westgrat ab. Beim Abstieg hatte Zimmer die Frau am Strick, sein Spezl ihren Ehegatten. Bald zeigte sich, dass Ehrgeiz nicht alles ist - plötzlich wollte die Göttergattin nicht mehr weiter. Es wären weder Griffe noch Tritte vorhanden, und sie sähe überhaupt keine Möglichkeiten des Weiterkommens mehr... Darauf erwiderte Zimmer, sie solle sich einfach nur hinabgleiten lassen, da sie ohnehin am Seil wäre und ihr nichts geschehen könne; doch auf diesen schönen Zuspruch reagierte sie sauer und erklärte, nicht mehr weitergehen zu wollen. Franz Zimmers Stirnfalten vermehrten sich bedenklich, und mit hoher Stimmlage erklärte er seiner Dame : "Gnä' Frau, wenn s' jetzt nicht gleich gehen, krieg'n s' a paar..." Der Ehegatte machte daraufhin schon ein sehr ernstes Gesicht, während der Spezl Mühe hatte, vor Lachen nicht aus dem Kamin zu fallen, und bedeutungsvoll zu Zimmer hinunterrief "LUPFEN ! " Dieses drastische Mittel führte denn auch zum Ziel, denn Franz zog seine Dame einfach etwas in die Höhe, und bevor sie wusste, wie ihr geschah, ließ er sie fallen - und die schwere Stelle war damit für sie überwunden. Leider war bei diesem Lupfer und dem nachfolgenden Abwärtsgleiten der Hosenboden der Dame zerrissen und gab einiges an Unterwäsche preis ... und der Chronist notiert kryptisch, der Gesamteindruck des Ereignisses sei dadurch immerhin beträchtlich gewesen ...

Hoffentlich hatten Zimmer und sein Spezl ihren Führerlohn schon vorher eingefordert.

Leider war Franz Zimmer jeder Veröffentlichung seiner bergsteigerischen Taten abgeneigt, sodass sich über seine im Mai 1906 geglückte Durchsteigung der Stadelwand mit den Gefährten Zsolnay, Kriechbaum und Kleinhans nur eine lapidare Eintragung in einem Tourenbericht des letzteren findet, und sonst zunächst einmal gar nichts. Für diesen Durchstieg bürgerte sich der Name "Zimmerweg" ein.

Noch im selben Jahr gelang ein weiterer Durchstieg, der nach den Erstersteigern "Roth-Weiss-Weg" genannt wurde und ganz in der Nähe verlief - möglicherweise nur eine versuchte Wiederholung des Zimmerweges, welcher vielleicht mangels brauchbarer Publikation unauffindbar war.

Die ersten mehr oder weniger brauchbaren Beschreibungen beider Wege finden sich im "Spezial-Führer auf den Schneeberg" von Fritz Benesch (Wien, 2. Auflage 1908 und wortgleich in der 3. Auflage 1912).

Vergleicht man diese mit späteren Beschreibungen (in der 5. Auflage 1924 sowie sinngemäß übereinstimmend in Rudolf Reidingers "Schneebergführer" von 1975), so wird einigermaßen klar:

Der untere Teil des Zimmerweges (bis auf die Höhe des auf den "Schrägen Kamin" folgenden Standplatzes, siehe Topo, Ende der 5.SL) wurde früher anders begangen. Der besagte Standplatz wurde damals nicht über den Kamin erreicht, sondern irgendwie über den weiter links liegenden grasig-waldig-felsdurchsetzten Pfeilerrücken.

Die Beschreibungen des Roth-Weiß-Weges stimmen hingegen alle überein. Er verwendete genau jenen "Schrägen Kamin", querte jedoch knapp unterhalb des besagten Standplatzes nach rechts über elende und gefährliche Grasschrofen zu einem Standplatz der (erst später begangenenen) Richterkante (oberm Buchbaum), und manövrierte noch länger auf ähnlich grausigem Gelände weiter. Er wird heute nicht mehr begangen.

Spätestens 1924 hatte sich offenbar schon eine "Erste Begradigung" durchgesetzt, die wahrscheinlich eine lohnendere Wegführung bot: der Zimmerweg wurde nun im unteren Teil deckungsgleich mit dem Roth-Weiß-Weg begangen (d.h. über den "Schrägen Kamin"), im oberen Teil jedoch wie früher.

Eine von uns wiederentdeckte, gut erhaltene metallene Gedenktafel an einer Felsstufe 30-40m links neben unserem neuen Einstieg (s. Topo, Beginn der 1.SL) könnte damit zu tun haben. Sie stammt aus 1926 und gilt Leon Schaller, der dort 1921 verunglückte - vielleicht ein Hinweis auf den ursprünglichen Wegverlauf im unteren Teil.

In unserem Topo wurde jene "Erste Begradigung" (soweit nach Reidinger 1975 identifizierbar) hellgrau punktiert eingezeichnet und mit "Zimmerweg original" beschriftet, was nun strenggenommen nicht ganz stimmt, aber eigentlich nur noch von geschichtlichem Interesse ist, denn nach unserer neuerlichen Begradigung und Sanierung wird diesen Weg wohl kaum noch jemand gehen wollen. Wir empfehlen ihn auch nicht.

Unser "NEUER ZIMMERWEG" folgt zwar grundsätzlich dieser Linie, verwendet sie aber zu kaum 30% im engeren Sinn, denn neben den um 1906 mit Bergschuhen vorzugsweise begangenen Grasschrofen gibt es doch jede Menge Fels - wenn es auch nicht immer der beste ist, der sich in den unteren Schwierigkeitsgraden halt so anbietet. Wir haben uns im Wesentlichen bemüht, innerhalb des Schwierigkeitsrahmens zu bleiben, der durch die klassischen Kletterstellen vorgegebenen ist (Schräger Kamin in der 5.SL, Rampe und Wandl in der "klassischen" 7.SL, Verschneidung in der 8.SL, alle etwa um 4+ nach heutiger Freikletterbewertung). Nur die erste Seillänge ist etwas schwerer ausgefallen (5).

Wer es noch ein bisschen schwerer haben will, wechselt im oberen Teil der 6.SL zum Standplatz der "Modernen Variante" (anderthalb SL, bis ca. 6-).

Quelle: Gebirgsverein http://bg.gebirgsverein.at/topokiste/zimmerweg/geschichte.htm

 


Camillo Kronich Otto Haus auf der RaxCAMILLO KRONICH
(geb.: 5.4.1876, gest: 1958)
Kronich war ein legendärer Pächter des Ottohauses (1642m) auf der Rax.
Kronichs Mutter bewirtschaftete vorerst das Baumgartnerhaus am Schneeberg und war dort als Kronichmutter beliebt und bekannt. Sie übernahm 1893 bis 1903 als Pächterin die Bewirtschaftungdes der Sektion Reichenau gehörenden Ottohauses.
Camillo Kronich kam mit 18 Jahren auf das Ottohaus und blieb bis 1952 fast 60 Jahre dort. Er war der Herscher über die "vordere RAX" und hat eine Blütezeit der Raxtouren, die sogenannten "Raxpartien" mitgeprägt. Er war der Herbergsvater der guten und besseren Gesellschaft. Adel, Militärs, Künstler, Ärzte und viele reiche Bürger waren seine bevorzugten Gäste.
Er selbst war der Organisator für Wege- und Steigebau: Törlweg, Seeweg, Brandschneide, Wachthüttelkamm sind untrennbar mit seinem Namen verbunden, ebenso wie die weltweit ersten touristischen Eisenwege (s.o.).
Kronich war ein Vorreiter der Wegmarkierungen, er ließ im Winter auch erstmalig Schneestangen aufstellen.
Böse Zungen behaupteten, dass er dies nur zum Zwecke der Werbung tat, damit alle Bergsteiger nur zum Ottohaus geleitet wurden:
jede seiner Markierungen versah er mit der Aufschrift: "Camillo Kronich – OTTOHAUS".
Kronich umgab sich mit seinen mächtigen Bernhardinerhunden, die er in Anlehnung an die Hunde vom Schweizer Hospiz als Rettungshunde und wohl auch als Statussymbole immer bei sich hatte.
Er war ganz einfach ein kleiner Herrscher, der neben seiner Pacht am Ottohaus sowohl das Hotel Knappenhof (769m) als auch den Kronichhof (640m) in der Kleinau bei Edlach besaß. Es wurde überliefert, dass er dort jene Preise verlangten, die seinem Wertdenken entsprachen und nicht vom Alpenverein vorgeschrieben wurden. Aber auch im Ottohaus gab es die gedeckten Tische für die so genannte Gesellschaft und die Touristenstube für das Touristenvolk... Durch seine vielfache Rettungtätigkeit bekam er zu Recht
schon am 4.6.1923 das "Grüne Kreuz"mit der Nr: 8 verliehen.


Eine so dominierende Persönlichkeit, musste natürlich auch mit kleinen und großen Seitenhieben rechnen. So viel er gelobt wurde, sich auch selbst darstellte, so gab es auch Kritik, von wenig begüterten Bergsteigern (siehe: Lukan, Rax-Schneeberg, 100 J. Ottohaus, Benesch, u.a.).

 


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