| GUSTAV JAHN (1879 - 1919) Akadem. Maler, Grafiker und Alpinist |
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GUSTAV JAHN der Bergsteiger
Alpine Leistungen und Tourenbeschreibungen:
Keine einzige Stelle nahm er mit Kraft, sondern schien dem spröden Fels Meter um Meter abzuschmeicheln. Mit ruhiger Gelassenheit und unglaublicher Geschmeidigkeit bewegte er sich im allerschwersten Gelände so sicher, als ob er auf blumiger Matte laufwandeln würde. Im Klettern zuzusehen war gerade zu ein schönheitlicher Genuss. Die Anwendung von künstlichen Hilfsmitteln, wie Stiften, Haken, Karabiner usw. verschmähte Gustav Jahn nicht nur, sondern hielt sie vom bergsteigerischen Standpunkt aus als geradezu unzulässig! Trotzdem gönnte er aber den vielen, die einen schwindeligen Pfad zur Höhe lieben, ohne den Fels entsprechend meistern zu können, die Freude an einen versicherten Klettersteig und regte beim Pächter des Ottohauses auf der Rax Camillo Kronich, den Bau des "Alpenvereinssteiges" an und beriet ihn auch bei der Erstellung des nach ihm benannten "Jahn-Steiges" sowie des "Hans-Haid-Steiges" und verdiente sich so auch den Dank der großen Gemeinde der Raxbesucher. Die Anfänge seiner alpinen Betätigungen reichen in das Jahr 1895 zurück, wo er mit der Familie den Sommer in Gloggnitz (NÖ) verbrachte und von dort auf die Rax kam. Hier erwachte auch die Leidenschaft und die Liebe zu den Bergen. In den folgenden Jahren war er sowohl in Gloggnitz als auch am Fuße der Rax, in Weißenkirchen in der Wachau sowie in Flatz bei Neunkirchen auf Aufenthalt, wo er sich mit Malstudien und Kletterübungen beschäftigte. Bis 1900 unternahm er Bergfahrten im Rax- und Hoschschwabgebiet sowie in den Gesäusebergen. von seinen vom Jahr 1900 an durchgeführten Touren seien hier im folgenden, in ihrer zeitlichen Aufeinanderfolge angeführt - sofern diese überhaupt bekannt wurden: >> Auslistung der wichtigsten Touren von Gust. Jahn - von Ing. Eduard Pichl - aus der ÖAZ 1919 Info: zum Vergrößern der Bilder bitte die jeweilige Abbildung anklicken !
1900 wurde fleißig das Gesäuse besucht, in den Dolomiten Winkler- und Stabelerturm bestiegen und als Neutour die Westwand der Admonter Frauenmauer durchgeführt. Durchsteigung der Westwand der Admonter Frauenmauer Ing. Eduard Pichl, Gustav Jahn Der Große Buchstein von Süden. Die vom Gipfel herabziehende Schattenkontur markiert den Westgrat (III-), den beliebtesten Kletterweg. Der Normalanstieg führt durch die Schlucht zwischen Hauptgipfel und Admonter Frauenmauer (links) KLETTERN: Die Südwand der Tieflimauer bietet schwere Klettereien, empfehlens-wert die Westkante (V) und die Westwand (IV). Er ist kein einzelner Berg, er ist ein weitläufiger Gebirgsstock, der nach allen Seiten jäh abfällt wie die Befestigungsanlage einer alten, trotzigen Ritterburg. Dieser Bergklotz hat sich ringsherum mit einer steilen Zyklopenmauer umgeben, aus der wie Zinnen die einzelnen Gipfel herausragen: Großer Buchstein, 2224m, St.Gallener Spitze, 2143 m, Admonter Frauenmauer, 2172m, Plattenkogel, 1983m, und Buchsteinmauer, 2123m. Sie sind alle selbständige Gipfel, die durch ein weites Hochplateau mitsammen verbunden sind. Mehr als drei Dutzend Anstiege, die durchwegs anspruchsvolle Klettereien sind, ergeben eine abwechslungsreiche Palette für den Bergsteiger. Auf alle angeführten Gipfel führen lohnende, oft auch selten begangene Routen, die Anstiege vom Talaus sind alle lang und mühsam. Der einzige Stützpunkt ist das Buchsteinhaus. Es steht bereits auf einer Höhe von 1571 Metern und von dort ist eine Besteigung auf dem Normalweg über das Krautgartl nicht mehr allzu langwierig. *** Dolomiten: DIE VAJOLETTÜRME - Torri del Vaiolet - in der Rosengartengruppe Die sechs Vajolet-Türme sind eine bizarre Felsformation im Zentrum der Rosengartengruppe in Südtirol . Sie werden im Norden durch den Vajoletpass ( 2459 m s.l.m. ) und im Süden durch den Laurinspass ( 2627 m s.l.m. ) begrenzt. Sie werden in drei nördliche und drei südliche Türme unterteilt, die jeweils einen eigenständigen Sockel aufweisen und durch die Winklerscharte ( 2650 m s.l.m. ) getrennt werden. Die drei südlichen Türme sind die bekannteren, haben den besseren Fels und stellen eines der Schaustücke der Alpen dar. Bekannt sind sie als Kletterberge. Einige der Routen gehören zu den bekanntesten Routen im mittleren Schwierigkeitsgrad in den gesamten Alpen und sind in der Saison entsprechend gut besucht.
Ein Gruss vom XXIII Alpenklub-Kraenzchen am 1. Februar 1901 Motiv: "Zwölfer" mit Zsigmondyhütte
Es grüßen Gustav Jahn, Camillo Opel, Eduard Gams, Otto Barth, E. Kipfl und Franz Barth
Gosauer Stein Großer Mandkogl (2214m): 1. Ersteigung über den Ostgrat von der Mandlscharte und 1. Überschreitung. Gustav Jahn und Ing. Eduard Pichl am 24.Mai 1901 Großwandeck (2402m): 1. Ersteigung des Großwandecks über den Südostgrat, teilweise neuer Anstieg mit erster Gipfelüberschreitung Gustav Jahn und Ing. Eduard Pichl am 26.Mai 1901
Mandlkogel bzw. Glatscherofenkogel (Gosaukamm) An der Manndlkogel-N-Wand starb Paul Preuß am 5.10.1913 durch Absturz (Geboren wurde er am 19.8.1886 in Altaussee) Preuß führte viele Erstbegehungen aus, u.a. Preuß-Riß an der Kleinen Zinne, Grohmannspitze-SO-Wand, Guglia di Brenta u.v.a. Insgesamt erstieg Preuß etwa 1.200 Gipfel. Paul Preuß war ein begnadeter Bergsteiger und gilt als "Vater des stilreinen Kletterns". Er war Mitglied der Sektion Bayerland in München. Seine kühnste Erstbegehung war vielleicht die Ostwand der Guglia di Brenta im Jahre 1911. Auch durch Ski-Ersteigungen ist Preuß bekannt geworden. Er bestieg 1912 die Dreiherrenspitze und 1913 den Gran Paradiso.
RAX - Erstbegung des Malersteiges am 12.04.2001 Malersteig (II bis III)Eine leichte und landschaftlich sehr schöne Klettertour auf die Preinerwand (1.783 m). In einer raffinierten Linienführung überwindet der Malersteig das mit großen Überhängen ins Kar abbrechende Plattendach. Die Absicherung der Tour mit Bohrhaken ist zwar sehr spärlich, die Schwierigkeiten bleiben aber meist um II, nur wenige Stellen sind schwerer ( III -). Die Routenbezeichnung leitet sich von der Profession der Erstbegeher Gustav Jahn und Otto Barth ab (von letzterem stammt das bekannte Gemälde „Morgengebet der Kalser Bergführer am Großglockner“).
"Rax am Malersteig" eine Amateuraufnahme von Otto Jahn
Gr. Buchstein, Ennstaler Alpen - Neuer Anstieg aus dem Hinterwinkel am 29. Mai 1902 Ing. Eduard Pichl, Edmund Gütl, Otto Barth, Gustav Jahn, L.Kadrozka, Eduard Kubelka, Camillo Opel, F. Panzer, Dr. Th. Panzer und V. Schwenk Kellerwand (2775m) I. Begehung des Westgrates am 10. September 1902 durch Gustav Jahn und Ferdinand Langsteiner, beide aus Wien
Foto: Valentintal mit Kellerwand um 1900.jpg
1903 Geierkogel (Sk.), Triebenstein (Sk.) Gr. Hengst (Sk.) , Kl. Ruben (Sk.), Hochschwab (W), Tamischbachturm (N-Wand), Kl. Buchstein (Üb. O.-N. und W.-N.), Torstein (Windlegergrat) - Windlegerscharte, Torstein (S-Wand) - MItterspitze (Üb. O-Grat, 3.Begehung) - Hoher Dachstein (Üb.), Nied.Kreuz (durch die Eisrinne der O.Wand) - Hoh.Kreuz (Üb., II Beg. des S-Grates) - Wallnerköpfel (Üb.) - Nied. Dachstein (Üb., 1.Beg. des N-Grates, II.Beg. des S-Grates, I. dirketer Abstieg zur Technikeralpenklubscharte) - Hoh. Dachstein (II.Beg. des N-Grates, I. Beg. des ganzen Grates) - Windlegerschrte, Gr. BischofsmÜtze (1.Ersteigung der SÜdwand und I. Überschreitung.) - Kleine BischofsmÜtze (beide Gipfel), Nied. Großwandeck - Großwand - Armkarwand (II. Üb. nach W.) - Schwingerzipf (II. Erst.), Totelköpfel (Üb. O.-W.) - Reichenstein (Üb. O.-W.) - Sparafeld (O.Grat) - Kalbling - Riffel - Kreuzkogel (I. zusammenhängende Üb. sämtlicher Reuchensteingipfel), Goldkappel (W.-Grat, Üb.) - Fleckingerturm (Üb.) - MÜhlsteigerturm (Üb.) - Schneekarspitze (Üb.) - Sandesjochspitze (Üb.) - Tribulaun, Hoh. Zant - Weißwandspitze - Magdeburgscharte - Rote Gratscharte - Freigerscharte - Becher, Sonklarscharte, Hochjoch - Weißkugel - Inn. Quellenspitze (N-Grat), Hoher Angelus (Üb.) - Vertainspitze (Üb.) - Schildspitze (Üb.) - Plattenspitze (Üb.) - Inn. Pederspitze (Üb.) - Hint. Schöntaufspitze (Üb.) - Madritschspitze (Üb.) -Butzenspitze (Üb.) - Eissespitze (Üb., II., I. fÜhrerlose Überschreitung des ganzen Grates), Ortler (Martlgrat, Abst. Hochjochgrat, I. Üb. von N.-O. nach S.-W.), Gr. Eiskögle - Thurnwiserspitze, Zebru (Üb.: NW.-SO.) - Königsspitze (Üb.: NW.-SO.) - Kreilspitze (Üb.) - Schröterhorn(Üb.) - Suldenspitze (Üb.), Pass Sforzelina, Cima Brenta alta - Cima brenta bassa, Guglia di Brenta (VII. Besteigung), Cima Margeritha - Cima Tosa (I. Ersteigung Über den S.Grat - Crozzon - Cima Tosa, Huderbankspitze, Hochturm (Üb.) - Kesselkargrat (Üb.) - Hexenturm (Üb.) - Natterriegel (Üb.) - Hexenturm (Üb.) - Kesselkargrat (Üb.) - Hochturm (Üb., W-Grat im Abstieg I.Beg.) - Kreuzmauer (Üb.) - Kl. Scheiblingstein (Üb.) - Pyhrgas (Üb.), Gr. Ödstein (von N. Pichls Weg) - Festkogel - Hochtor, Planspitze - Roßkuppe - Hochtor, Stuhleck - Preuthalpe (Sk.), Drahtekogel (Sk.)
Tourenverzeichnis Gustav Jahn für das Jahr 1903 (Quelle: ÖAZ 1904)
1. Ersteigung Große Bischofsmütze Südwand "Jahnweg" von Gustav Jahn und Otto Laubheimer 1. Überschreitung Kleine Bischofsmütze Gr. Bischofsmütze (1.Ersteigung der Südwand und I. Überschreitung.) Kleine Bischofsmütze (beide Gipfel)
Die Große Bischofsmütze ist mit einer Höhe von 2458 m ü. A. der höchste Gipfel im Gosaukamm. Gemeinsam mit der Kleinen Bischofsmütze (2430 m ü. A.) bildet sie einen markanten Doppelgipfel, der dem Gosaukamm frei entragt. Die Bischofsmützen sind durch die Mützenschlucht voneinander getrennt und liegen im Gemeindegebiet von Filzmoos.Das bekannte Wahrzeichen verlor bei einem massiven Bergsturz am 22. September 1993 einen 200 m hohen Pfeiler und damit sehr viel von seiner markanten Erscheinung. Seither kommt es immer wieder zu Felstürzen wie 1999 und 2001.Da viele (zum Teil mit Bohrhaken versehene) Kletterrouten auf die Bischofsmütze führen, wird sie sehr von Kletterern geschätzt. Vor den Felsstürzen führten etwa 30 Routen auf den Gipfel, nun sind es 15. Als nahegelegener Ausgangspunkt dient hierbei die Hofpürglhütte.
1903 Durchsteigung ORTLER - MARTLgrat ORTLER über den MARTLGRAT am 5. August 1903 durch Gustav Jahn, Otto Laubheimer (ÖAZ 1904) Ortler (Martlgrat, Abst. Hochjochgrat, I. Üb. von N.-O. nach S.-W.), Gr. Eiskögle - Thurnwiserspitze, Zebru (Üb.: NW.-SO.) - Königsspitze (Üb.: NW.-SO.) - Kreilspitze (Üb.) - Schröterhorn(Üb.) - Suldenspitze (Üb.)
Guglia di Brenta oder Campanile Basso (2.883 m s.l.m.), oft und insbesondere im deutschen Sprachraum auch Guglia di Brenta (ital. „guglia“: Nadel) genannt, ist eine steil aufragende Felsspitze des zentralen Brenta-Massivs. Er liegt im Verbindungskamm zwischen Cima Brenta Alta (2.960 m s.l.m.) und Torre di Brenta (3.014 m s.l.m.), getrennt durch die beiden Scharten Bocchetta di Campanile Alto im Norden und die Bocchetta di Campanile Basso im Süden. Der Klettersteig Via delle Bocchette Centrali quert die Ostwand und verbindet so die beiden Scharten. Der Campanile Basso ist der bekannteste Klettergipfel der Brentagruppe. die bizarrste Felsnadel der Alpen - (Erstbesteigung 18. August 1899 durch die Innsbrucker Otto Ampferer und Karl Berger, Pfann und Leberle folgten 1900) die siebente Ersteigung mit der ersten Damentour am 11. August 1903 durch Gustav Jahn und Otto Laubheimer, gemeinschaftlich mit Josef Ostler aus Kufstein und Frau Vineta Mayer aus Wien Gustav Jahn - Zeichnung "Gipfelrast auf der Guglia" CIMA TOSA (3176m) am 12. August 1903 die 1. Ersteigung über den Südostgrat von Gustav Jahn und Otto Laubheimer - beide aus Wien
1904 Hohe Veitsch - Hocheck (Sk.), Gr. Hengst (Sk.), Bruderkogel-Steinwandkogel-Gamshöhe (Sk.), Gr. und Kl. Bösenstein (Sk.), Schober-Triebenstein (Sk.) Gr.-Kl. Rüben (Sk.), Gr. Rüben-Dreistecken (Üb. W.), Helm-Hochgruben-Hornischeck-Totenköpfel - Reichenstein - Totenköpfel, Laserzwand - Roter Turm, Hoher Dachstein, Totenköpfel-Reichenstein (Üb. von O. nach W. zur Wildscharte) - Sparafeld (von S.), Festkogel (N-Wand, Zimmerweg), Kl.Buchstein (O.-Wand, Üb.)-Gr.Buchstein (O.-Wand, Üb.), Johannesberg, Medelsspitze, Großglockner (Üb.), Glocknerhorn - Großglockner (NW-Grat), Aquille du Gèant (Üb., I. Abstieg über den NO-Grat) - Col du Midi, Montblanc (über Montblanc du Tacul und Mont Maudit), Monte Rosa, Östl. - Westl. Reißkofel, Asitzhöhe-Asitzkogel-Schönleiten-Wildenkarkogel-Kohlmaiskopf (Sk.), Schönhoferwand-Hohe Penhab-Zwölferkogel (Sk.), Reiterkogel-Bernkogel (Sk.), Wildenkarkogel-Schönleiten-Asitzkogel-Schabergkogel-Geierkogel-Furchenkopf-Sausteigen (Sk.)
Gustav Jahn - Ölgemälde "Großglockner und Glocknerwand von Norden"
Touren im Mont Blanc Gebiet mit den "Apachen" (Heinrich Krempel, Otto Barth, Gustav Jahn, Gustav Schmidt und Richard Volkert) Aiguille du Géant - Montblanc über Tacul und Mont Maudit - Monte Rosa - Dufourspitze Aiguille du Géant (Riesennadel) - Montblanc über Tacul (Der Mont Blanc du Tacul liegt zwischen dem Mont Blanc und der Aiguille du Midi) und Mont Maudit ("verfluchter Berg", weil er überschritten werden muss, wenn man den Mont Blanc erreichen will) - Monte Rosa - Dufourspitze (Die Dufourspitze ist mit 4'634 m ü. M. der höchste Gipfel der Schweiz, benannt nach dem Schweizer Kartographen Guillaume-Henri Dufour) Reise vom 13. August 1904. G. Jahn nutzte sein erworbenes Kenyon-Reisestipendium nach Rom (1904) weniger zum Malen als für Bergtouren im Mont-Blancgebiet wo ihm u.a. der erste Abstieg der Dent du Géant gelang. Bilder: Brenvaflanke des Montblancund Peutereygrat (links) Montblanc du Tacul und Glacier du Géant vom Jardin (rechts) - Fotos um 1904 TOUREN IM MONTBLANCGEBIET
>>> Zum Lesen dieses Reiseberichtes bitte auf das Cover des Buches (oder diese Zeile anklicken) <<< Zitat aus dem Buch: Ein schönes Weib, Natur und Kunst schenken nicht jedem Ihre Gunst, eins haben alle drei gemein, sie wollen geliebt und verstanden sein.
1905 Dolomiten, Marmolata, drei Zinnen
1905 die Marmolata Südwand (ÖAZ 1905) - die Marmolata ist mit 3.342 Metern Höhe der Höchste Berg der Dolomiten 26. Juli 1905 (4.) Ersteigung durch Gustav Jahn und Ferdinand Langsteiner aus Wien ( 7,45 Std). Sie verfolgten in der oberen Hälfte der Wand den bisher noch unbekannten, östlich gelegenen Weg der Erstbegeher (I. und II. Gebr. Leuchs)
Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo) - Kleine Zinne Nordwand Zeichnung der Drei Zinnen von Robert Zinner und Aufnahme von der großen Zinne - um 1906 (von der Punta die Frida aus gesehen) Bild von Gustav Jahn "Kletterei auf der Kleinen Zinne" (Foto von Otto Jahn) die drei Zinnen von Norden - Ansicht vom Gwengalpenjoch (Foto von 1907 Bergportrait - die Drei Zinnen, Dolomiten: Kleine Zinne (2857 m), Große Zinne (2999 m) und Westliche Zinne (2973 m) Die "Zinnen" sind das berühmteste "Dreigestirn" der Alpen. Sie sind der Inbegriff der Dolomiten und des Kletterns überhaupt. Unvergessliche Eindrücke warten entlang der Nordabstürze des Paternkofels und vorbei an den bis zu 500 Meter hohen Nordwänden der Drei Zinnen.
1906 / 1907 Gesäuse / Ennstaler Berge
Hochtor Nordwand vollständig neuer Weg "Jahnweg" 1. Begehung Gustav Jahn und Franz Zimmer am 02. September 1906 /ÖAZ 1906, 272) Gesäuse HOCHTOR Nordwand, Jahn-Zimmer Route, Erstbegeher Gustav Jahn und Franz Zimmer, 1906 Hochtor Höhe 2365 m, Schwierigkeitsgrad III - 1000 Meter hohe Nordwand, Im Bild die "Jahn-Zimmer Route" Oktober 1896 - Die Erstbegehung der Hochtor-Nordwand (der höchste Gipfel der Gesäuseberge) 1906 Erstbegehung der Jahn-Zimmer Route "Keine Wand in den Gesäusebergen ist zum Erkennen der persönlichen Fähigkeiten besser geschaffen als gerade die Hochtor-Nordwand", sagte einst Hubert Peterka. Die ROUTE: Zum Erreichen des Einstiegs der Route Jahn-Zimmer folgt man dem Peternpfad von der neuen Haindtkarhüttle einige Minuten bis knapp vor dem ersten Eine Seillänge darüber befindet sich in einer bequemen Nische das Wandbuch. Der weitere Anstieg führt ober eine steile Wandstelle und dann folgt man immer links haltend Rissen und Rinnen. Wer noch gut bei Kräften ist, kann direkt Ober den Abschlussüberhang (III+) in leichteres Gelände aussteigen. Ansonsten besteht eine Umgehungsvariante Über ein Band nach links. Nach etwa 100 Höhenmetern leichteren Geländes ist der Grat erreicht. Links haltend (in östlicher Richtung) gelangt man auf den Gipfel des Hochtores, das mit 2369 Metern die höchste Erhebung im Nationalpark Gesäuse darstellt. Der Blick vom Gipfel schweift hinunter zur Enns, die sich rund 1800 Meter tiefer durch diese atemberaubende Gebirgslandschaft schlängelt Der letzte weitgehend unverbaute Abschnitt dieses großen flusses liegt im Nationalpark und bildet gleichsam dessen sensibles Rückgrat.
Zusammenfassend kann man über die im Jahre 1906 erstbegangene Route sagen, dass es sich hierbei um eine der schönsten und lohnendsten Felsfahrten In diesem Schwierigkeitsbereich im Gesäuse handelt. Die Route wird durch den abwechslungsreichen Zustieg, die genussreiche Kletterei und den Abstieg, der zumeist nach Süden zur Hesshütte oder über den Schneelochweg direkt nach Johnsbach führt, zu einem außergewöhnlichen Gesamterlebnis. Der Anstieg verlangt aber sehr viel alpines Gespür für die Routenfindung und sollte vor allem auf Grund seiner länge von etwa 1000 Klettermetern nicht unterschätzt werden. Wer einen vollen Tag unter unser Motto "..Zeit für Natur..." stellt, kann in dieser fast 100 Jahre alten Kletterroute sicherlich ein ganz besonderes Naturerlebnis finden.
1906 Triglav Nordwand - Julische Alpen Die zweite und dritte Ersteigung der Triglav-Nordwand Gustav Jahn und Franz Zimmer Bericht und Zeichungen von Gustav Jahn aus Wien
Wieder einmal hatte "Das letzte große Problem in den Ostalpen" seine Lösung gefunden! Am 9. und 10. Juli 1906 erkletterten die Herren Karl Domènigg (Wien), Dr. F. König und lng. Hans Reinl zum ersten Male den mächtigen Nordabsturz des Großen Triglav. Rasch verbreitete sich die Kunde hievon in allen alpinen Kreisen, und mit begreiflicher Ungeduld wurden die ersten Berichte erwartet. Nach wenigen Tagen erschien im "Neuen Wiener Tagblatt" eine kurze Notiz, und diejenigen, welche versicherten, die neue Tur müsse in Bezug auf Schwierigkeit gewiß alles Bisherige übertreffen, hatten Recht behalten: "Wandhöhe 1800 Meter, Dauer der Kletterei 36 Stunden, Schwierigkeiten größer als an der Marmolata-Südwand und "Watzmann-Ostwand." Mehr konnte man unmöglich verlangen; die Triglav-Nordwand hatte also den an sie gestellten Anforderungen in jeder Hinsicht entsprochen. Mit nicht geringer Begeisterung hatten auch wir, Franz Zimmer und ich diese Nachricht in uns aufgenommen, und rasch faßten wir den Entschluß, diese Tur zu wiederholen. Richtiger wäre es vielleicht gewesen, eine ausführliche Beschreibung des Anstieges abzuwarten, aber wir hofften an Ort und Stelle, in der am Fuße der Wand gelegenen Aljazhütte, die wichtigsten Auskünfte über Ein- und Ausstieg zu erhalten. Wir sollten uns auch nicht getäuscht haben, denn als wir am 3. August gegen Mittag in die genannte Hütte kamen, hatten wir das Glück, einen alten Triglavführer dort anzutreffen. Dieser Mann gab uns sofort die gewünschte Aufklärung: Als Einstieg bezeichnete er uns einen großen, links vom Fuße einer mächtigen Schlucht liegenden Schneefleck, als Ausstieg einen deutlich ausgeprägten Felszacken am oberen Rande des Gletschers. Auf der Rückseite eines Speise- und Getränketarifes entwarf ich dann eine Anstiegsskizze mit all in Betracht kommenden Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten, die auch den Beifall meines damals sehr unter der Mittagshitze leidenden Freundes fand. Die Temperatur an jenem Tage war aber auch wirklich unerträglich, und selbst am Abend blieb die ersehnte Abkühlung aus. Namentlich aber in den Schlafräumen der ganz aus Holz gebauten Hütte war es fast nicht zum aushalten, und wir waren froh, endlich das sonst so verhaßte Lied unseres Taschenweckers zu vernehmen. Nach 3 U. früh schlossen wir die Tür des die Hütte umgebenden Zaunes und wandten uns talein. Über dem Rande der Triglavmauer glänzten die Sterne, aber auch Wolken gab es, mehr als uns lieb war und mehr als wir die ganze vergangene Woche hindurch zu sehen bekommen hatten. Das Bild wurde immer düsterer, je näher wir unserem Ziele kamen, und wenn wir stille standen, dann schien sich die Wand vorzuneigen immer mehr und mehr. Wir hätten alles andere vermutet, als hier und um diese Zeit Menschen zu begegnen, aber den wir hier begegneten, der paßte so recht in die wüste Umgebung. Es war ein aus Aßling entsprungener Sträfling in seiner Originaltracht. Ohne weiters zu überlegen, schloß er sich uns an und trabte wortlos hintendrein. Bei Überquerung des Baches hielten wir an und füllten unsere Wasserflaschen. Nachdem auch er kräftig getrunken, schien seine Zunge gelöst; er erzählte uns dann von dem wenig erheiternden Leben der Zwangsarbeit, welches ihn veranlaßt hatte, unter die Bergsteiger zu gehen. Nach Überschreitung des Luckniapasses wollte er diesen Sport dann wieder aufgeben. Wir wünschten ihm viel Glück zu diesem Unternehmen, und sichtlich gerührt reichte ihm Zimmer zum Abschied eine Krone. Inzwischen war es vollständig licht geworden. Es rührte sich kein Lüftchen und war erbärmlich heiß, als wir endlich das Einstiegsschneefeld erreichten. Vor 6 U. packten wir die Felsen an, und bald darauf standen wir bei dem ersten Steinmann unserer Vorgänger; wir waren also auf richtigem Wege. Dann ging's gerade hinan, bis uns eine steile Stelle veranlaßte, Seil und Kletterschuhe zu nehmen. In der Schlucht zur Linken hatten wir dann mit Schutt und ausgewaschenen Blöcken zu tun; wir waren herzlich froh, diese Art von Kletterei schon nach einer Viertelstunde hinter uns zu bringen. Nun baut die Schlucht in steilen Wänden auf. Da entschlossen wir uns links zu gehen und hatten es sehr gut getroffen, denn als wir etwa 100 Meter höher wieder gegen die Schlucht zurückkehrten, fanden wir bald wieder Gelegenheit, eine ähnliche Schleife auszuführen.
Das erste große Schneefeld war erreicht. Jetzt zeigte auch schon die Wand rechts etwas bessere Formen, und wir überlegten nun mit Zuhilfenahme unserer Anstiegsskizze, in welcher das Schneefeld verzeichnet war, den Weiterweg. Die Wahl war wirklich
Auf das Wetter hatten wir bisher wenig geachtet, nun die Sache aber ernst zu werden schien, erregte der jetzt vollständig mit schweren Wolken behangene Himmel doch einige Besorgnis in uns. Dazu die auffallende Schwüle in dieser Höhe. Zum Umkehren hatten wir aber auch keine Lust, und so entschlossen wir uns, eine größere Rast einzuschalten. Wir benützten dieselbe auch, um unsere Hemden zu trocknen und die seit langem abgelegten Kletterschuhe wieder hervorzuholen. Nach einer guten halben Stunde machten wir uns auf den Weiterweg und standen bald vor einem hohen, mehrfach überhängenden Riß, der vorläufig den einzigen Ausweg zu bilden schien. Zimmer war sehr dagegen, diese Stelle zu versuchen; er hatte nämlich links in freier Wand ein schmales, überaus brüchiges Gesimse entdeckt und war nur mit großer Mühe davon abzubringen, hier anzugreifen. Er gab erst nach, als ich bereits die untere Hälfte des Risses durchklettert hatte und verborgene gute Griffe melden konnte. Die zweite, schwierigere Hälfte gelang dann ebenfalls auf den ersten Versuch, und über anfangs noch steile, bald aber leichter werdende Felsen setzten wir unseren Weg fort. Immer näher rückten wir einer hohen, von vielen Überhängen durchzogenen Wand, und als wir ganz davor standen, sah sie am schlechtesten aus. Alle unsere Bemühungen, dieser Stelle auszuweichen, schlugen fehl; links war gar nichts zu holen und rechts - ja, wenn wir da früher hinüber wären - jetzt war es zu spät! Tiefer sanken die Nebel, immer dunkler ward's um uns, wir mußten uns entschließen. Wir taten es, indem wir die Rucksäcke an das Ende unseres 25 Meter-Seiles banden. Dann faßten wir die Wand fast in der Mitte an. Plattige Stellen wechselten mit brüchigen, die Haltpunkte waren überall aufs kleinste. Ein großer, nur lose an der senkrechten Wand hängender Klotz mußte umklettert werden - 20 Meter tiefer auf schmaler Leiste steht der Freund! Als wir diese Stelle überwunden, atmeten wir auf. Einige kurz übereinander gestellte Überhänge hielten uns noch etwas auf, dann hatten wir das östliche Ende einer großen, mit vielen Schneeresten bedeckten Terrasse erreicht. Drüben, oberhalb des entgegengesetzten Endes derselben, tauchte die Spitze eines hohen Pfeilers aus dem Nebel - drauf ein Steinmann ! Nun wußten wir es: wir waren aufgesessen, der Führer unten hatte nicht mehr gewußt, als wir selbst! Wohl dachten wir daran, einen Übergang zu versuchen, aber das schlechte Wetter und die Ungewißheit, ob wir überhaupt links glatt hinauskommen würden, Aber es hat sich nichts geändert. Als die alten Kämpen zogen wir am 27. Juli 1907 wieder aus. Das Wetter war gut: am liebsten wären wir gleich am selben Tage losgezogen, aber es war schon 1 Uhr mittags geworden, als wir zur Hütte kamen. Ein kurzer Gewitterregen brachte eine leichte Abkühlung, und in klarer Schönheit hüllte sich der Absturz unseres Berges aus den zerfließenden Nebeln. Wieder standen wir in stummer Bewunderung vor der Hütte, die brennende Ungeduld im Herzen. Morgen muß es gelingen! Schon vor 3 Uhr früh brachen wir auf. Unser Gepäck war diesmal auf ein Minimum beschränkt: Proviant für einen halben Tag, Kletterschuhe und das 25 Meter-Seil waren nebst der unvermeidlichen Wasserflasche alles, was wir mitführten. Extra leichte Bergschuhe und ein besonders dünner Rock vervollständigten unsere etwas rennmäßige Ausrüstung. Einige lichtumränderte Wolken lugten über den Rand der Triglavspitze, und als wir nach einer Stunde unsere Laterne verlöschen konnten, blickten wir bereits auf eine geschlossene, träge dahinziehende Wolkenmasse. Das war aber nun schon zu arg! Wir sagten jetzt gar nichts mehr; wir wollten uns nicht ärgern, und wir ärgerten uns doch. Wie oft hat uns schlechtes Wetter eine Tur vereitelt, aber was tat es, früher oder später gelang uns die Sache ja doch, und wenn es nicht dazu kam, dann machte es ja auch nichts; aber hier, diese Wand mußten wir machen! Je näher wir kamen, desto langsamer stiegen wir, und wie vor zehn Monaten saßen wir über eine Stunde lang zähneklappernd bei dem Schneefeld unter dem Einstieg. Das Wetter wurde nicht besser, aber auch nicht schlechter. Unser Taschenbarometer war etwas gestiegen, und um 5 Uhr 30 hatten wir entschieden. Wir wollten trotz unserer nur für die besten Verhältnisse berechneten Ausrüstung einen Versuch machen. Als wir Hand an die Felsen gelegt, da wußte ich's - umkehren würden wir jetzt nicht mehr, es war ja nicht das erste Mal, daß wir eine Tur unter der gleichen Einleitung begannen. Hatten wir dann ein Drittel der Wand hinter uns, hieß es gleich: jetzt haben wir die Hälfte, wir sind schneller oben als unten. Vom Schnee am Einstieg geht's über brüchigen Fels empor und dann wenige Meter über der gähnenden Randkluft auf schmalem Gesimse nach rechts. Solche Stellen sind, wenn sie gleich zu Beginn einer Tur entgegentreten, immer unangenehm. Der Körper hat da noch nicht jene Beweglichkeit, welche erst nach längerer Zeit; besonders aber nach Überwindung eines mehr Kraft fordernden Wegstückes, einzutreten pflegt. In zunehmender Schnelligkeit kletterten wir dann auf bekanntem Wege bergan. Bald standen wir vor der Gabelung der Schlucht. Rechts hatten die Erstersteiger ihr Fortkommen gefunden. Wir verzichteten auf den rechten und auf den linken Ast und schlugen uns wieder in die östliche, von vielen Bändern durchzogene Wand.
Leider taten wir dies zu früh und gerieten auf eine steile, glatte Platte, von der wir bald abgerutscht wären. Sehr knapp erreichten wir das erste Band und freuten uns über die hier in schönster Blüte stehenden Alpenrosen. Weniger erfreut waren wir über die Launen unseres Seiles, das beständig an tiefer liegenden Vorsprüngen und Grasschöpfen hängen blieb. Es wäre gewiß vernünftiger gewesen, hier noch ohne Seil zu gehen, aber keiner von uns wollte es tragen, und da wir es nicht in zwei Teile schneiden wollten, blieb nichts anderes über, als uns damit zu verbinden. Vorläufig kletterten wir noch auf unserer vorjährigen Route und hatten bald das erste große Schneefeld der Schlucht erreicht. Nicht mehr hoch ober uns hatten die Erstersteiger direkt emporkletternd das untere Ende einer mit Schutt und Schnee erfüllten, rechts durch zwei Zacken markierten Rinne gewonnen. Wir überlegten nicht lange und umgingen Wir hielten uns nicht länger auf, sondern kletterten bald an der Wand knapp oberhalb einer Schneerinne empor. Es überraschte uns nicht, hier einige Steintauben zu finden, denn rechts oben am anderen Ufer der Rinne erblickten wir jenes auffallende grüne Plätzchen, welches in der Beschreibung ausdrücklich vermerkt ist. Mit Verwendung von Mauerhaken hatten die ersten Ersteiger von dort direkt ankletternd eine westlich gelegene, steile Gratrippe gewonnen. Nachdem wir 15 Minuten gerastet, querten wir auf schönem Bande nach rechts und kletterten dann knapp neben der Rippe empor. Ich glaube nicht, daß wir für diese Stelle mehr Zeit benötigten als die Erstersteiger für die Eintreibung auch nur eines ihrer Stahlhaken. Tief unten lag jetzt das Schneefeld des Einstieges, und wenn wir hinaufblickten über den nun wieder an Neigung abnehmenden Rücken, dann erschien uns der Weg nicht mehr weit. Eben hatte der Nebel den oberen Rand der Wand auf Momente freigegeben. Mein Begleiter wurde schon ungeduldig, es war ihm entgangen, daß wir wieder eine schwere Stufe hinter uns gebracht hatten. Er war erst beruhigt, als ich ihm jenen Teil der Wegbeschreibung vorlas, welcher auf unsere gegenwärtige Situation paßte und folgendermaßen lautet: "Eng an die 'Wand gepreßt gewannen wir dann durch einen Spreizschritt ein schmales, überwölbtes Band und die Kante des Pfeilers. Weiter im Westen führt eine Kaminreihe rasch in die Höhe. Droben betreten wir dann zum zweiten Male den luftigen Grat. - In leuchtenden Wogen flüssigen Goldes geht die Sonne zur Rüste und wirft ihren rötlichen Schimmer auf unseren in schwindelnder Höhe dahinziehenden Pfad." - Die Zeichnung stimmte, die Farbe aber nicht; das Gold der Abendsonne sahen wir nicht, denn wir hatten trübes, regnerisches Wetter, und dann war es ja auch erst 9 Uhr vormittags. Als wir uns nun in Anbetracht der bisher erreichten Höhe entschlossen, ein langsameres Tempo einzuschlagen, fing es zu regnen an, und so war es mit dem Langsamgehen wieder nichts. Immer stärker wurde der Regen, drei bis vier Seillängen hatten wir noch trockene Sohlen unter den Füßen, dann aber waren wir gezwungen, nur ebene Stellen als Tritte zu benützen. Wir hielten uns jetzt ganz in der Kante, fast senkrecht kletterten wir an dem herrlich festen Fels empor; dann schwenkten wir rechts ab. Der Biwakplatz der Erstersteiger lag vor uns (9 Uhr 30).
Das folgende steil aufragende Wandstück bietet bei genauem Überlegen keine besonderen Schwierigkeiten; wir erreichten die Spitze des die Gratrippe krönenden Pfeilers, ohne eine anstrengende Stelle gemacht zu haben. Nun standen wir bei dem Steinmanne, über den wir uns voriges Jahr so geärgert hatten, wir hatten die Höhe unseres damaligen Ausstieges erreicht. Als wir nach Hinterlassung unserer Karte mit Zeitangaben den Weg fortsetzten, umgab uns dichter Nebel. Das anfangs breite, schuttbedeckte Ausstiegsband, Wir hatten also für die Wand selbst, 15 Minuten Rast eingerechnet, 4 Stunden 45 Minuten gebraucht. *) Ein eisiger Sturm nahm uns sofort in Empfang. Schnell entledigten wir uns der Kletterschuhe und liefen das Kugyband abwärts dem Gletscher zu. Der heftige Wind hatte aber auch sein Gutes: Bald hörte es zu regnen auf, und als wir vollends aus dem Nebel kamen, blickte auch schon die Sonne durch. Statt der Besteigung des Gipfels nahmen wir Sonnen- und Schneebäder, die uns soweit erfrischten, daß wir den Entschluß faßten, gleich am kommenden Tage der Mangart-Nordwand einen Besuch zu machen. *) Dieser gewaltige Unterschied gegenüber den Zeiten der Erstersteiger ist auffallend. Bekanntlich erfordert ja jede neue Tur ein langsameres Gehen und gibt leicht Anlaß zu Zweifel und Unschlüssigkeit, die hemmend auf deren Verlauf einwirken und bei Nachfolgern, die über die Durchführbarkeit des Unternehmens im klaren sind, in Wegfall kommen. Aber selbst diesen Umstand in Rechnung gebracht, stimmt die Sache nicht, und muß ein anderer Grund die Ursache gewesen sein. Der Qualifikation der Herren Dr. König und Ing. Reinl wird wohl niemand nahetreten wallen, bezüglich des dritten Teilnehmers an der Tur wissen wir aber, daß er dazu weder eingeladen war, noch imstande gewesen wäre, sie selbständig durchzuführen; er war die Ursache des langsamen Vorrückens, für ihn mußten die Mauerhaken eingeschlagen werden, seinetwegen ergaben sich endlose Seilmanöver und mußte schließlich sogar biwakiert werden, Und dieser Teilnehmer, der eine mehr als passive Rolle gespielt, veröffentlichte den marktschreierischen Bericht im "Neuen Wiener Tagblatt", wobei er es für gut fand, die Marmolata-Südwand und Watzmann- Ostwand, die er selbst niemals durchklettert hat, in Vergleich zu ziehen! Die Schriftleitung.Diese Tour wird auch in der ÖAZ 1906 im Tourenverzeichnis S295 erwähnt und kurz beschrieben.
Gesäuse / Ennstaler Berge Planspitze (2120 m) N.O.Wand 1. Ersteigung G. Jahn, J.A. Weiß und Eduard Pichl am 27. September 1908 (ÖAZ 1909, 119) Gesaeuse Geroellband in der Nordwand der Planspitze um 1920 - Pichlweg
Der Kunstmaler GUSTAV JAHN, Mitglied und Mitbegründer des ÖWSC, war auch ein Pionier des Skilaufs und Skisprunges auf RAX, Schneeberg und am Semmerung.
Gustav JAHN erteilte Skiunterricht beim ÖWSC und fuhr sogar nach CORTINA um Skikurse zu halten. Sogar das Skispringen wurde gelehrt: 1909 baute der ÖWSC unter Anleitung von JAHN drei Übungsschanzen auf dem SEMMERING, auf denen man Weiten von 7,15 und 22 m erreichen konnte. JAHN, selbst einer der erfolgreichsten Springer jener Zeit, stand auch dort seinen Schülern zur Verfügung.
All diese Aktivitäten hatten zur Folge, daß die Durchführung der Rennen um die österreichische Meisterschaft 1909 dem ÖWSC gemeinsam mit dem VERBAND STEIRISCHER SKILÄUFER übeertragen wurde. Die Meisterschaft des ÖSV wurde im Rahmen des alljährlich stattfindenden „Haupt-Verbandswettlaufs“ vergeben. Entscheidend war das Ergebnis im sogenannten „Zus-Lauf“ (Zu-sammengesetzter Lauf, eine Kombination Überhaupt werden nun die Rennen regelmäßiger durchgeführt, sie beginnen Tradition zu entwickeln. So hielt der ÖWSC ab 1907 Abfahrtsläufe vom STUHLECK-PRETULGEBIET nach MÜRZZUSCHLAG ab, wobei der erste Preis ein prächtiger Wanderpokal war. Nachdem GUSTAV JAHN 1909 den Lauf zum dritten Mal gewonnen hatte, ging der Pokal endgültig in seinen Besitz über.
DIE LIECHTENSTEINSCHANZE AM SEMMERING: Bald schon waren die 1909 vom ÖWSC errichteten Schanzen auf dem SEMMERING zu klein geworden, und so ging man nach einem Vorschlag ROGER
DE RIEDMATTENS daran, eine neue, große Anlage in unmittelbarer Nähe des Passes zu erichten. FÜRST LIECHTENSTEIN, der Besitzer des Grundes, gab seine Einwilligung und 1911 konnte nach den Plänen GUSTL JAHNS mit dem Bau begonnen werden. Bau der Liechtensteinschanze nach den Plänen GUSTL JAHNS
Natürlich gab das dem Skisport auf der RAX ungeheuren Auftrieb. Noch dazu, wo im gleichen Jahr in der Nähe der Bergstation, im sogenannten WOLFSTAL, die „GUSTAV- JAHN-SCHANZE“ eröffnet wurde. Im Dezember 1920 wurde das "Österreichische Sportabzeichen" aus der Taufe gehoben und schon im
April 1921 beim Gustav Jahn-Schirennen des Österreichischen Wintersport-Klubs (Bild unten) auf der Rax wurden die ersten Abnahmen durchgeführt.
Auch gibt es Hinweise auf ein Skispringen in Kitzbühel im Jahre 1908, an dem er teilnahm und viele Preise errang.
Ersteigung des ORTLER - über den Rothböckgrat (2. Ersteigung - 1. Führerlose) zum Gipfel 1908 Gustav Jahn, Ing. Eduard Pichl und Viktor Sohm Zeichnung von Gustav Jahn - Ortler mit seinen Abstürzen am End-der-Welt-Ferner 1=Gipfel 2=Signalkuppe am hinteren Grat >=Martlgrat (links) Presanella Norte: Gustav Jahn & Viktor Sohm, 4. August 1908. Primera, arista oeste: M. Beachcroft, Del Pero, F. Devouassoud, D. W. Freshfield y J. D. Walker, 25-8-1864.
G.Jahn, O.Lang und R.Löschner in den Sextener Dolomiten, wo sie die Nordwand des Einsers durchklettern, Wintersport auf der Rax Der Haidsteig wurde von 1910 bis 1913 durch den Kunstschlosser August Cepl errichtet, wobei Camillo Kronich das Projekt finanzierte und der Kunstmaler Gustav Jahn die "künstlerische Gestaltung" innehatte. Der untere Teil (Neuer Haidsteig) wurde 1921 eröffnet. Die JAHN-QUELLE am ALPENVEREINSSTEIG - Foto von Camillo Kronich 1910
1911 Eröffnung des GUSTAV JAHN Steiges auf der Rax / im großen Höllental, Wintersport auf der Rax
Gustav-Jahn-Steig auf der Rax - Foto von Uwe Girndt Darüber gibt es in den alpinen Fachzeitschriften einige Meldungen:. Bei der Söldnerwand wurde vom Pächter des Otto Hauses C. Kronich ein neuer, versicherter Felsensteig angelegt, der nach dem Wiener Hochalpinisten und Maler Gustav Jahn "Jahnsteig" benannt wurde. Der Steig, der sich als eine Felsquerung vom Alpenvereinssteig zum Gaisloch darstellt und in einer Höhe von 1500 m das "Wilde" und das "Allerwildeste Gaisloch" durchquert, ist nur für felsensichere und schwindelfreie Geher zu empfehlen. Der Steig wurde am 22. Juli 1911 der Benützung übergeben.
Der Gustav Jahn Steig stellt eine Querverbindung vom Gaislochsteig zum Alpenvereinssteig dar. Camillo Kronich ließ ihn vom Schlosser August Cepl errichten. Erstens, um Gäste zum Ottohaus umzudirigieren und zweitens, man soll ja nicht nur das Geschäftliche so in den Vordergrund stellen, sicherlich auch als Ergänzung zu den vorhandenen Steigen. Wann mit dem Bau des Steiges begonnen wurde, konnten wir aus den Unterlagen nicht herausbekommen. Nur über seine Eröffnung.
Darüber gibt es in den alpinen Fachzeitschriften einige Meldungen: Im Gebirgsfreund vom 10.8.1911, Heft 8, wird noch kürzer über den Steigneubau berichtet. Die Eröffnung wird mit 23. Juli datiert. Im Heft 9 vom 15.9.1911 des" Naturfreundes " finden wir ebenfalls eine kurze Notiz über die Steigeröffnung. Wenn schon kein Datum oder unterschiedliche zu finden sind, in jeder Mitteilung wird der Name Kronich genannt.
In der ÖTZ 1913 S. 41 wird über die Davoser-Ski-Hochtouren berichtet wobei Gustav Jahn Touren führte. Diese fand schon früher statt und dürfte wahrscheinlich den Anlass dazu gegeben haben auch Weihnachten in Davos zu feiern. Ansichtskarte "Parsenfurka bei Davos" vom 27. Dezember 1913 - unterschrieben von Otto Jahn Ein Schreiben, über Weihnachten in Davos mit Gustav & Otto Jahn.
Das im Gebirgskrieg die besten Alpinisten der damaligen Zeit eingesetzt waren, sei hier nur an Hand einiger klingender Namen dargestellt. So standen in den Reihen der österreichisch-ungarischen Monarchie als Bergführer Leute wie Sepp Innerkofler, die Gebrüder Gustav und Otto Jahn, Angelo Dibona, Luis Trenker und viele mehr im Einsatz. Unter den alpinen Referenten der einzelnen Rayons waren klingende Namen wie Dyhrenfurth d. Ä. im Ortlergebiet, Julius Kugy in den Julischen Alpen, Leo Handl in der Marmolata, Mathias Zdarsky bei der 10. Armee und natürlich Bilgeri im Militärkommando in Innsbruck. In den Kriegsjahren, in welchen Jahn bei der Bergführerkompanie zu ausgiebigen Besteigungen kam, waren etwa 150, darunter 20 neue Gipfelersteigungen in der Geißler-, Langkofel und Sellagruppe, sowie zahlreiche Schifahrten waren die Frucht dieses militärischen Dienstverhältnisses, das bis zum Zusammenbruch am Anfang des November 1918 dauerte. Ebenso erstmalige Winterbesteigungen auf die Grohmannspitze, Fünffingerspitze, Innerkoflerturm und Jahnkofel. Bilder von Gustav Jahn, Gebirgskrieg in den Dolomiten - Kaiserjäger am Mezzodikreuz Im Jahre 1914 weilte Gustav Jahn zu Beginn des Krieges in Kasern, nahm von November bis Mitte Dezember an einem Schikurs in den Radstädter Tauern und vom 28. Dezember bis 31. März 1915 an dem Schikurs in Aussee als Abrichter teil. Am 20 März 1915 rückte er, der bis dahin Ersatzreservist gewesen, als Einjährig-Freiwilliger ein, um die Offiziersausbildung zu "genießen", kam aber schon am 13.Juni als "Alpiner Refernt" auf den Karerseepaß und hierauf auf das Pordoijoch, wo er den Brigadeschikurs leitete. Im November 1916 wurde er nach Bozen zu der eben enstandenen Bergführerabteilung beordert, mit der er dann als "Instruktionsoffizier" nach St. Christina in Gröden übersiedelte. Bei dieser "K. & K. Bergführer- Ersatz- und Instruktionskompanie" hatte Jahn nun die für Ihn passendste Verwendung gefunden; Es war ein Glücksfall der ihn mit der "feldgrauen Zwansjacke", wie er seinen militärischen Rock liebevoll nannte, aussöhnte und ihm zwei wonnevolle Bergsteigerjahre bescherte. Das seine Tätigkeit als Schilehrer und Bergsteiger auch für die Verteidgung und den Schutz deutscher Erde nutzbringend war, bewiesen die ihm verliehenen militärischen Auszeichnungen: die preußische Militärverdienstmedaille, das bayrische Militärverdienstkreuz 2. und 3. Klasse mit den Schwertern, das Goldene Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille, das Kari-Truppenkreuz und die Bergführerauszeichnung. Etwa 150, darunten 20 neue Gipfelersteigungen in der Geißler- Langkofel- und Sellagruppe sowie zahlreiche Schifahrten waren die Frucht dieses militärischen Dienstverhältnises, das bis zum Zusammenbruch am Anfang des November 1918 dauerte. Aus dieser Zeit stammen auch viele seiner künstlerischen Impressionen der Dolomiten, welche in der Bildergallerie zu bewundern sind. Während des Ersten Weltkriegs trug er den Waffenrock der österreichischen Kaiserjäger. An der Dolomitenfront kämpfte er auf österreichischer Seite gemeinsam mit Angelo Dibona, Sepp Innerkofler, Luis Trenker, Rudl Eller und anderen bedeutenden Bergsteigern seiner Zeit.
1914 Gustav Jahn leitet als Kriegsfreiwilliger den militärischen Schikurs in Wiesenegg (Obertauern, Salzburg) Otto Barth wird zum Oberleutnant befördert
JUNI 1915 Gustav Jahn wird als alpiner Referent zum Karersee entsandt, danch wird er als alpiner Referent für die Dolomiten, dem 42. Feldkanonenregiment 8. Batterie, zugeteilt (Feldpost 613) Gustav Jahn, alpiner Referent, Kadettaspirant, wurde mit der Preußischen Kriiegerverdienstmedaille ausgezeichnet. Sepp Innerkofler starb am 4. Juli 1915 auf dem Paternkofel Herbst 1915: Der Sarg Sepp Innerkoflers, wird unter der Leitung seines Bruders, über die Wände des Paternkofel abgeseilt und über die Zinnenebene, vorbei an den drei Zinnen, abtransportiert.
Auszug aus der Österreichischen Alpenzeitung 1916 - Nachrichten von den Mitgliedern (über Otto Bart, Gustav Jahn und Otto Jahn) im Kriegsdienst ... Barth Otto, Oberleutnant, ist Adjudant beim Kommando einer Offiziersstation für Kriegsgefangene Jahn Gustav, Fähnrich, erhielt als neuerliche Auszeichnungen das goldene Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille und das Bahr. Militärverdienstkreuz 2. Klasse mit den Schwertern. Soldatengräber in den Dolomiten (Pordoi 1916) - Ein Gemälde von Gustav Jahn - Pordoijoch - sowie eine Fotoaufnahme um 1920 Oberleutnant Barth Otto ist am 9. August 1916 an einem schweren Nervenleiden in Wien gestorben. 1916 - Jahn Otto ist als Landsturmleutnant einberufen worden.
.. mit GUSTAV JAHN am 21.November 1916 auf der REGENSBÜRGERHÜTTE
Luis Trenker erinnert sich: Ein Abend auf jener Hütte ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Unsere Pfeiffen rauchten, es war recht gemütlich, im Ofen knisterte das Feuer. Da läutete das Telefon. Der diensthabende Unteroffizier ging an den Kasten, nahm die Muschel ans Ohr und meldete sich. Sein Gesicht wurde plötzlich sehr erst, seine Absätze klappen zusammen: „Jawohl, jaa ... jawaohl“, dann machte er eine Drehung zu uns, nahm wieder Haltung an und stotterte: „M... eine Herren, i... ich ... m... melde gehorsamst ...“, schluckte einige Male, „so... soeben gehorsamst die Nachricht ... Seine Majestät, Kaiser Franz Josef, ist gestorben ...“ Eine bange Stille folgte den Worten, fragende, erschreckte Gesichter. Ma hörte kaum das Atmen der Männer. Unser Kaiser, der greise Vater der Monarchie, war tot ... was würde nun werden? Der Bann löste sich erst als GUSTAV JAHN sich langsam wieder zum Tisch drehte und sagte: „Na ja - kannst nix machen, so geht‘s halt, allweil hat er ja auch net leben können. - Wer spielt aus ?“ Es brauchte allerdings ein bißchen Zeit, bis festgestellt wurde, wer am Ausspielen war.
Im Bild eine colorierte Ansichtskarte von 1910 - mit der Regensburgerhütte und der Geislergrupe in den Dolomiten. Die Regensburger Hütte (ital. Rifugio Firenze in Cisles) ist eine Alpenvereinshütte auf der Regensburger Alm in der Geislergruppe in Südtirol.
im Gruppenbild ist ganz links Luis Trenker zu erkennen.
Gemälde von Gustav Jahn: "Kriegsdienst in den Dolomiten" (1917)
Touren in der Geislergruppe & Langkofelgruppe von 1917 Gesamtbild der Geislergruppe - Aquarell von Gustav Jahn und rechts eine Aufnahme um 1920 Auch hier ist wieder einmal die geniale und kartografisch exakte Erfassung seiner Motive erkennbar. Geislergruppe- Die kleine Fermeda (Fermedaspitze 2810 m) - Die Südwand der Fermeda de Cicles - vollständig neuer Weg durch die Südwand wurde am 12.März 1917 durch Fähnr. Gustav Jahn, Fähnr. Karl Huter und Rudolf Eller erklettert (ZDÖAV 1918 S160, ÖAZ 1918 S59, ÖAZ 1920 S76, ZDÖAV 1921 S64) Geislergruppe- Die große Fermeda (2867 m) - Ersteigung über den Südostgrat am 14. Mai 1917 von Lt. Franz Barth, Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn (ÖAZ 1918 S60) Geislergruppe- Villnöserturm (2830m) - I. Ersteigung über die Westwand am 4. Juni 1917 Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn (ÖAZ 1918 S60, ÖAZ 1920 S76) bzw. wurde gelegentlich der Überschreitung der gesamten westlichen Geislergruppe erstmals erstiegen (ZDÖAV 1918 S169) Geislergruppe- Saß de Mesdi (2760m) Vollständig neuer Weg über die Südwand, am 5. Juni 1917 durch Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet, E. Unterj. Oskar Müller, Oblt. Paul Richter (ÖAZ 1918 S60 und ÖAZ 1920 S76);Ergänzend: Neue Variante an der grauen Platte des Südpfeilers, rechts von der Hannemann-Route (Zeit etwa 2-4 Stunden, sehr schwierig, einige Stellen äußerst schwer, ZDÖAV 1921) Geislergruppe- Überschreitung der westlichen Fermedagruppe am 17. Juni 1917, Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn Geislergruppe- Saß de Mesdi (2760m) I. Ersteigung über die Südwestkante am 23. Juni 1917 durch Stbs. Obj. Angelo Dibona, Obj. Rudi Eller, Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn (ÖAZ 1918 S60/61 sowie 1920 S76); Das die Westwand durchziehende Band wurde dabei auf neuem Wege über den Südwestpfeiler erreicht, und zwar gerade an dem Punkte, wo die Südwestwandroute abzweigt. (Zeit etwa 2 Stunden, sehr schwierig, ZDÖAV 1921), Die Schwierigkeiten waren ungefähr die gleichen wie an der Südwand der Grohmannspitze Geislergruppe- Saß de Mesdi (2760m) I. direkte Erkletterung über die Westwand am 26.Juni 1917 durch Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn und Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S61 und ÖAZ 1920 S76, ZDÖAV 1921 S66) Die Schwierigkeiten waren ungefähr die gleichen wie an der Südwand der Grohmannspitze Langkofelgruppe - Punta di Salami (2844m) II. Ersteigung (??) am 8. Juli 1917, Fähnr. Gustav Jahn und Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S81) Anm.: Im Steinmann dieses mächtigen, besonders von dem Grödnertal aus auffallenden Turmes in der Nordwestkante der Langkofels fanden wir außer einer Karte von Herrn Delago aus dem Jahre 1879 keine Spuren einer späteren Ersteigung. Langkofelgruppe - Langkofelkarspitze (2811m) I. Ersteigung des Südostgrates, am 13. Juli 1917, Lt. Bauer, Hptm. Viktor Machek, Fähnr. Gustav Jahn und Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S77 und ÖAZ 1920 S74) Langkofelgruppe - P.2787 der Alpenvereinskarte "Bergführernadel" I. Ersteigung, Knapp unter der Kammhöhe des Langkofel-Westgrates zwischen Puna di Salami und Wesselyturm, entragt den steilen Schutt und Blockhalden (von der Langkofelhütte aus gut zu sehen) eine ungemein schlanke, feingeschwungene, doppelgipfelige Zinne. Am 16. Juli 1917 Hptm. Viktor Machek, Fähnr. Gustav Jahn und Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S77, 1920 S75)
Gustav Jahn vor dem Langkofel, als Instruktor der K. K. Bergführer Ersatz- und Instruktionskompagnie. Langkofelgruppe - Langkofelck (3054m) III. Ersteigung über die Nordostwand, größtenteils neuer Weg, am 18. Juli 1917 Fähnr. Gustav Jahn, Eduard Berger und Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1919 S75/76 und ÖAZ 1920 S75) Langkofelgruppe - Innerkoflerturm (3070m) I. Ersteigung direkt vom Verbindungsgrat der Langkofelkarspitze, am 25. Juli 1917, Fähnr. Gustav Jahn und Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S77/78, 1920 S75) Langkofelgruppe - Daumen (2953m) I. Ersteigung über den Nordgrat, I. Überschreitung - Fünffingerspitze (2997m) I. Überschreitung von Nordost nach Südwest, durch Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S78, 1920 S75) im Sommer 1917 Langkofelgruppe - Wesselyturm (3077m) I. Ersteigung der Südwestwand, I. Überschreitung - Langkofel (3178m) über den oberen Westpfeiler, am 18. August 1917, Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn (ÖAZ 1918 S78/79 und 1920 S75) *) *) Es benötigten bei der I. Ersteigung des Langkofels über den Westpfeiler (Wesselyturm) die Herren Gürtler und Oppel 10 Std., bei der II. Fiedler und Pauli 7 Std., bei der III. Jahn und Merlet 6 1/2 Std. und bei der IV. Ersteigung Huter und Jahn 5 Stunden. Langkofelgruppe - Grohmannspitze (3111m) Nordwand - teilweise neuer Weg - Innerkoflerturm (3070m) III. Aufsteig aus der Grohmannscharte am 22. August 1917 Lt. Franz Barth, Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S79 und 1920 S75)
Überschreitung der Fünffingerspitze, Grohmannspitze, des Innerkoflerturmes, Zahnkofels und Plattkofels an einem Tage (!!) (Umrahmung des Grohmann und Plattkofelgletschers) Grödner Dolomiten - 24. August 1917 Gustav Jahn und Dr. Erwin Merlet (Meran) - die erste Überschreitung aller 5 Gipfel an einem Tage (Zeit ohne Rast gerechnet - 12 Std.) (ÖAZ 1918 S80, S88, ÖAZ 1919 S175 und ÖAZ 1920 S75) ein Tourenbericht von Gustav Jahn (einer von drei selbstverfassten Berichten Jahns - zum vergrößern bitte Bericht anklicken)
>> Bericht von Gustav Jahn aus der Österreichischen Alpenzeitung 1919 lesen (Download 3,3, MB)
Überschreitung der Fünffingerspitze (Auszug aus der Festschrift des Österreichischen Alpenkclubs - 100 Jahr Feier 1978) Nach einer längeren Reise, die mich, einer dringend und unwiderstehlich vorgebrachten, daher unablehnbaren Einladung Rußlands folgend, Ende 1914 von den Schützengräben oberhalb Gorlice nach Kiew und Moskau führte und die ich dann noch, da mir - in wohltuendem Gegensatze zu unseren Bundesbahnen - ohne
Ansuchen bereitwilligst freie Fahrt gewährt wurde, bis nach Omsk, Semipalatinsk und Krasnojarsk in Sibirien ausgedehnt hatte, kehrte ich endlich im Herbste 1917 über Petersburg, Haparanda, dann das liebe, hochherzige und opferwillige Schweden durchquerend, über Helsingborg und Jütland in die schwerentbehrte Heimat zurück. Und ich kam und verlebte einige glückliche Monate, bis das von Verbrechern fernab der Front gestreute Gift seine unheilvolle Wirkung getan, bis die ruhmreichen Waffen zerbrochen und Ehre wie Heimat geschändet waren. Leider sind meine Aufzeichnungen über diese Fahrten ebenso verlorengegangen wie das Verzeichnis aller unter meiner Leitung in Gröden ausgeführten Touren der zur Ausbildung zugewiesenen Offiziere und Mannschaften. Beim Zusammenbruch zu Anfang November 1918 übergab ich fünf Gepäckstücke mit Uniformen, Wäsche, Bergschuhen, Kletterschuhen, Büchern des Österreichischen Alpenklubs, Karten, Seil, Erinnerungen an meine Gefangenschaft, Schiausbesserungswerkzeug und vieles andere vertrauensvoll der Tochter des Hüttenwartes der Regensburger Hütte Johann N. Demetz in S1. Christina zur Aufbewahrung, doch als ich mich dann von Wien aus nach meinem Eigentum erkundigte, teilte mir der Mann mit, daß alle meine Sachen von einer italienischen Patrouille beschlagnahmt worden seien. Und so kann ich bloß einiges aus meiner Erinnerung über die ersterwähnte Tour wiedergeben. An einem Sommermorgen 1918 wanderten Jahn und ich mit leichtem Gepäck vom Sellahaus zum Langkofeljoch empor. Hoch oben, bald unter der Jochhöhe nahmen wir statt der Genagelten die Kletterschuhe und gaben erstere einem Mann, der sie uns auf die Fünffingerscharte bringen sollte. Jahn liebte leichte Rucksäcke,
und das war ja eine der großen Annehmlichkeiten bei den Grödner Touren, daß man viele sogar ohne Rucksack unternehmen konnte. Auf dem Joche angelangt; wandten wir uns den Felsen der Fünffingerspitze zu und schlugen den Weg Davidsons ein. Jahn übernahm die Führung. Über ein Band ging es ohne Schwierigkeit nach rechts hinauf zum sogenannten "Überbein" des Daumens, und bald darauf standen wir am Beginn des Daumen-Nordgrates. Die Kletterei auf diesem ist wahrhaft ein Genuß. Die Gratschneide ist äußerst steil und scharf; sichere, schöne Griffe und Tritte ermöglichen aber ein rasches Emporkommen. So steil ist der Aufstieg, daß ich Von der Daumenscharte brachte uns der gewöhnliche Weg schnell über die Wand und über den Nordgrat des Zeigefingers auf den Mittelfinger, den Hauptgipfel. Nach längerer Rast auf seinem grauen Schrofendach stiegen wir über die "Essigwand" Oskar Schusters nach Westen ab und querten dann in der Nordseite über rotes Gestein in die Scharte vor dem letzen Finger. Der Übergang über diese Scharte gewährte ein Bild von packend schöner Wildheit, und Jahn machte mich auf diese Stelle besonders aufmerksam. Wir standen nun in der Südseite des fünften Turmes auf einer bequemen Platte, die nach Südwesten zum "Schietzold-Riß" abbricht. Der Vorangehende muß hier schief nach rechts abwärts klettern und dabei außerordentlich behutsam sein, denn der Riß geht an seinem unteren Ende in einen mehr als 200 Meter hohen Abbruch aus. Sich an der Wand forttastend, gelangt man aus dem Riß in die letzte Scharte. Jahn, der sich an dem am oberen Ende des Risses Ein Jahr nach dieser Fahrt wurden die sterblichen Reste Gustav Jahns in dem stillen Bergfriedhof von Johnsbach zur Ruhe gebettet, Ödstein und Reichenstein halten dem großen Künstler und Meister der Berge die Ehrenwache, bis auch sie vergehen werden in Tod und Erneuerung.
Langkofelgruppe - Venusnadel (2950m) I. Ersteigung der Südwand - Langkofel (3054m) am 30. August 1917, Fähnr. Gustav Jahn, Fähnr. Karl Huter (ÖAZ 1918 S80 und ÖAZ 1920 S75) Geislergruppe - Torkofel (2970m) (2. Ersteigung) Westwand, direkter, teilweise neuer Weg am 22.September 1917, Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn, Hptm. Viktor Machek (ÖAZ 1918 S61,S62 und ÖAZ 1920 S76) Geislergruppe - Tschisleser Obla (2780m) Westwand, Dülferriß - Gran Obla (2820m), I. Ersteigung über die Nordwestwand am 28. September 1917, Fähnr. Karl Huter, Fähnr. Gustav Jahn und Oblt. Convico (ÖAZ 1918) Die Gran Obla (2820 m) Nordwestwand, einen neuen Anstieg vollführten am 28.September 1917, Jahn, Convico und Huter (ZDÖAV 1918 S177)
Innerkoflerturm, Langkofeleck, Sellagruppe - Dritter Sellaturm, großer Murfreitturm, Erster und Zweiter Sellaturm Wintertouren: Grödner Dolomiten - Grohmannspitze (3111m) - I. Winterersteigung, am 5. Februar 1918, Fähnr. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S96) Grödner Dolomiten - Fünffingerspitze (2996m) - I. Winterersteigung am 8. Februar 1918, Fähnr. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet (ÖAZ 1918 S96) Gustav Jahn wird zum Leutnant befördert ... Grödner Dolomiten - Innerkoflerturm (3072m) am 11. Februar 1918, Leutnant Egger, Leitnant schmid, Fähnr. Thanner, Fähnr. Sohm, Lt.. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet, Lt. Max Hilber (ÖAZ 1918 S96) Grödner Dolomiten - Zahnkofel (2997m) I. Winterersteigung, am 22. Februar 1918 mit Lt. Deutsch, Lt. Lezuo, Lt. Max Hilber, Lt. Gust. Jahn (ÖAZ 1918 S96) Langkofelgruppe - Langkofeleck (3054m) II. Ersteigung über die Nordostwand, grötenteils neuer Weg, Eduard Berger, Dr. Erwin Merlet und Gustav Jahn am 18. Juli 1918 (ÖAZ 1920 S75) Langkofelgruppe - Innerkoflerturm (3072m) Südostwand, größtenteils neuer Weg, am 2. August 1918, Fähnr. Gustav Jahn und Norz (ÖAZ 1920 S75) Sellagruppe - Dritter Sellaturm (2696m) I. Ersteigung über die (Süd)Westwand, 2. tatsächliche Überschreitung, am 11. August 1918, Fähnr. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet und Dr.G.O. v. Dyhrenfurth (ÖAZ 1920 S75) (Schwierigkeitsgrad III) Erstbesteigung Dritter Sellaturm über die Nordwand, am 22. September 1918 durch Gustav Jahn und Franz Barth (Schwierigkeitsgrad VI-, meist III) Foto: Wolfgang Hilmer, der Sellastock mit den Sellatürmen (vom Westen) und die "Sellatürme" Tempera/Guache von Gustav Jahn, signiert und datiert 1917, der höchste Turm (Bild Mitte) ist der 3. Sellaturm Die Jahn-Route ist markiert mit Nr. 543 (Fotos aus dem Alpenvereinsführer Sella Langkofel extrem - Richard Goedecke/Bergverlag Rother)
Langkofelgruppe - Langkofel (3178m) 22. August 1918 II. Ersteigung über die Nordkante, Lt.. Gustav Jahn, Oberarzt Dr. Erwin Merlet, Fahnr. Karl Huter (4 Std. reine Gehzeit) 18. September 1918 - Ersteigung des großen Murfreitturmes (2724m) über die Nordwestwand (2,5 Std.) Dolomiten - Sella Gruppe - der große Murfreitturm (Erstbesteigung im September 1912 durch Führer Hans Pescosta und Führeraspirant Luis Trenker aus St. Ullrich - Literatur ÖAZ 1919) Bericht und Anstiegsskizzen von Gustav Jahn - III. Ersteigung am 18. September 1918, mit den Leitern der Kursgruppe am Sellajoch, dem Oberarzt Dr. Erwin Merlet, Sanitätsleutnant Karl Huter und Leutnant Gustav Jahn >> Selbsverfasster Bericht von Gustav Jahn lesen >> Selbsverfasster Bericht von Gustav Jahn (PDF download 8,6 MB) "Eine Ersteigung des Gr. Murfreitturmes über die Nordostwand"
Sellagruppe - Erster Sellaturm (2533m) I. Ersteigung über die Nordwand, am 22. September 1918, Gustav Jahn, Franz Barth (ÖAZ 1919 S76/S77und ÖAZ 1920 S75) und Überschreitung des zweiten und dritten Sellaturmes von West- nach Ost. über den Bergerweg zurück zum Sellahaus. Sellagruppe -Zweiter Sellaturm (2593m) II. Ersteigung über die Nordwand, am 26. September 1918, Franz Barth und Gustav Jahn (ÖAZ 1919) Das Tourenverzeichnis von Gustav Jahn aus dem Jahr 1918
In der zweiten Augustwoche 1919 traf sich Gustav Jahn mit Michael Kofler in Gstatterboden zu gemeinsamen Fahrten. Am 16. August hatten sie miteinander Pfannis Weg durch die Hochtor-Nordwand in unglaublich kurzer Zeit begangen. Am Abend äußerte Gustl wiederholt seine Freude darüber, daß er sich so besonders wohl fühle und trotz seiner 40 Jahre so außerordentlich "gut in Form" sei. Darum wurde für den kommenden Tag etwas ganz besonderes, der Aufstieg über die Ödstein-Norwestkante vereinbart. 17. August 1919 - Gesäuse Ödsteinkante - Gustav Jahn's letzte Tour ... Die Route verläuft zu zwei Drittel über die Kante, ein Überhang erfordert den sogenannten „Preuß-Quergang“ - sehr ausgesetzt ! - wo sich der Absturz Gustav Jahn‘s nach Aussage des Bergungsteilnehmers Alfred Horeschofsky ereignet haben muß. Nach Aussagen Ortskundiger wurde an dieser Stelle auch der, an die Wand gelehnte Pickel von Michael Kofler, gefunden. Kofler hielt noch die Seilschlingen in der Hand und lag auf einem Felsband des Ödstein-Kars, Jahn etwas unterhalb, in drei Teile zerschlagen. Hochtor und Ödstein von Westen - Aufnahme von Ing. Bruno Heß um 1918 Großer Ödstein -
(2.355 m) – Ödsteinkante (bis V-) Mit einer Wandhöhe von 700
m und einem langen Zu- und
Abstieg stellt diese Tour eine NW-KANTE (IV). Sehr schwierige Kletterei, eine der großartigsten der gesamten Gesäuseberge; an der Scvhlüsselstelle fester Fels. Der einstieg (Originalweg Dibona) erfolgt am tiefsten Punkt der abfallenden NW-Kante, noch vor Beginn der engen Schneeschlucht, die den Zugang zur unmittelbaren N-Wand vermittelt. Zuerst über eine schwierige Wand und durch eienen überhängenden Kamin auf ein Köpfel, dann schwierig rechts querend und sehr schwierig auf eine ebene Stufe. Durch ein schwach ausgeprägtes System von Spalten aufwärts, nach 1. zu eime, Schuttplätzchen. PREUßEINSTIG (III): Durch einen sehr steilen, brüchigen Riß auf ein schönes, breites BAnd, das nach rechts bis zum Schuttplätzchen führt (Vereinigung mit dem Originalweg). Durch einen steilen Kamin auf ein höher gelegenes Band mnach rechts zu einer Nische, durch einen überhangenden Spalt und über eine Wandstufe zur Kante. An dieser direkt aufwärts, bis sich die Steilheit mindert. Nun entweder über den Grat oder 1. in den Schrofen querend zum Sattel vor dem Steilaufbau der mittleren Kante. Vom Sattel über eine zunehmend steile, etwa 50 m hohe Wand an den Überhang, einen vorspringenden, abgestuften Wulst. Sehr schwierig über diesen auf die Stufe und darauf 2m nach 1. und über steile Platten zum zweiten Überhang. Darüner hinweg und über eine anschließende Platte zur Nische inmitten eines Steilaufbaues. Nun einige Möglichkeiten: (siehe Detailbild) Gustav Jahn und Michel Kofler nahmen von hier aus vermutlich (b.) den Preußquergang - eine verhängnisvolle Enstscheidung. B.) PREUßQUERGANG: (IV); Von der Nische nach 1. um eine als kleiner Kegel ausgeprägte Kante herum und 20m waagrecht über eine glatte Platte entlang zu einem Schartel in einem vorspringenden, kanzelartigen Band. Dann 3 m nach 1. und gerade aufwärts zum Originalweg (nur von sportlichen Chaarakter). (Bilder, Anstiegsskizzen und Originalbeschreibung aus dem Buch "Führer durch das GESÄUSE und die Ennstaler Berge" - 8. Auflage 1922, sowie 10. Auflage 1954 "Gesäuseführer", beide von Heinrich Heß und Ing. Eduard Pichl.) ... hier nahm das tragische Geschehen vermutlich seinen Lauf ... Als am Abend des 17. August die zwei nicht zurückkamen, wurde man im Hotel besorgt und rief, was gerade erreichbar war, zu einer Rettungsunternehmung. Die Rettungsmannschaft brauchte nicht lange zu suchen. Im Ödsteinkar fand man am Fuße der Kante Jahn und Kofler als Leichen. Gustav Jahn wurde im Johnsbacher Friedhof, in dem schon viele abgestürzte Bergsteiger ihre letzte Ruhe gefunden hatten, begraben. Sein Name ist und ein Symbol, und als Mensch ist er uns Vorbild durch seine beispielgebenden Taten und dem Unvergänglichen seiner geschaffenen Kunstwerke.>>> Mehr über die Bergung von Gustav Jahn ... Gesäuseeingang mit Hochtorgruppe- Gemälde von Bruno Hess, und rechts ein Foto von Adreas Hollinger, Nationalpark Gesäuse
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